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SA - Kapstadt u. Halbinsel
 

 

SA - Cape Town und Peninsula 27.11.2009 -02.12.2009
 

 

Am Ende unserer Zeit in Südafrika stand ein Besuch in Kapstadt und der dazugehörigen Halbinsel auf dem Programm. So haben wir uns von Hermanus und den Walen verabschiedet und sind entlang der Küste nach Cape Town gefahren. Die Straße windet sich entlang der steil ansteigenden Küste und bietet schöne Ausblicke auf das Meer.

Da wir beide keine Stadtmenschen sind, haben wir es vorgezogen, etwas außerhalb zu wohnen und nach Bedarf in die Stadt zu fahren. So haben wir uns in Muizenberg eine kleine Ferienwohnung genommen - in feiner Wohnlage, direkt an der Marina - manchmal muss einfach ein bisschen Luxus sein.

Strandhäuschen in Muizenberg

 
Cape Town
Cape Town präsentiert sich als multikulturelle und lebendige Stadt in wunderschöner Lage. Die Stadt breitet sich am Fuße des Tafelbergs nach Norden, Süden und Osten aus - die westliche Grenze ist er Atlantik. 

Cape Towns Architektur ist vielfältig und repräsentiert zugleich die Geschichte der Stadt. Holländische, englische, malayische, französische Baustile verbinden sich mit moderner Architektur, viel Glas und Stahl, und irgendwie ist es dennoch stimmig und passend. 

Und obwohl in Cape Town die teuersten Grundstücke des Landes zu finden sind und viele Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Sport hier leben, sind hier auch riesigen Townships zu finden, die im  krassen Gegensatz zu dem Cape Town stehen, welches man als Tourist erwartet und vielfach auch vor Augen geführt bekommt. Schmutzig, grau, arm, eng und trostlos.  

Und dass die ganze Stadt auf die kommende Fußball-WM fokussiert ist, ist allgegenwärtig. Neues Stadion, viel Bauaktivität, Plakate, Großleinwände, .....und irgendwie war spürbar, dass sich alle sich auf dieses Event freuen. Vor allem  die vielen arbeitslosen Menschen hoffen auf neue Jobs, die im Zuge der Fußball-WM erwartet werden. 

Das neue Stadion in Cape Town Vor dem International Convention Centre, wo die Gruppenauslosung stattfand
Wir waren fast eine Woche in und um Cape Town unterwegs und man hätte locker nochmal eine dran hängen können, weil es unglaublich viel zu sehen gibt. Auf dieser Seite beschränken wir uns auf die Dinge, die uns besonders beeindruckt oder gefallen haben.
Wie alle Touris in Cape Town haben wir die Waterfront besucht. Schick, mondän und vor allem: Sehen und gesehen werden. Wir haben lecker gegessen, in der Sonne gesessen, Leute beobachtet, Eis gelutscht und dem Treiben im Hafen zugeschaut. Und natürlich wollten wir auch auf den Tafelberg. Aber unsere beiden Anläufe scheiterten an den Wetterverhältnissen. Der Wind war so stark, dass die Bahn nicht fuhr und für die Wanderung auf den Tafelberg waren wir zu faul.  

 

 

Nahezu ein Muss in Kapstadt ist der Besuch des botanischen Gartens. Drei Dinge machen diesen Botanischen Garten so einzigartig: Als einzigster botanischer Garten der Welt hat der Kirstenbosch National Botanical Garden die Auszeichnung als UNESCO Weltkulturerbe,  es gibt hier nur einheimische Pflanzen zu sehen (und davon mehr als 25.000) und es ist  der größte botanische Garten der Welt. Uns hat vor allem die Atmosphäre begeistert. Es war nicht die gediegene Ruhe der botanischen Gärten, die ich bislang kennen gelernt habe. Die Atmosphäre war entspannt, aber lebendig. Junge Familien, die sich dort auf den Rasenflächen treffen, gemeinsam picknicken, die Kinder spielen in den Wasserläufen, Jugendliche chillen bei Cola, Eis und Chips, ältere Menschen sitzen bei Tee und Kuchen auf den Sitzbänken......alles wirkt ungezwungen, familiär und einladend.   

 

Ein ebensolches Muss wie der botanische Garten ist der Besuch auf Robben Island. Bekannt als Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela, ebenso wie andere führende Politiker und Aktivisten im Widerstand gegen die Apartheidsregierung, inhaftiert waren. Robben Island wurde zum Inbegriff für den Kampf um Freiheit und stand zugleich bei der internationalen Opposition gegen das Apartheidsregime im Fokus. 

Heute ist diese Insel, die wenige Kilometer entfernt von Kapstadt im Atlantik liegt, ein UNESCO Weltkulturerbe und gleichfalls ein Naturreservat mit einer großer Pinguin-,  und Seehundkolonie.

Hier wird die Geschichte Ehemalige Gefangene von Robben Island arbeiten als Führer und somit sind die Berichte, Darstellungen und Erzählungen sehr authentisch und informativ.

Wir waren einerseits sehr betroffen und zugleich sehr beeindruckt.

 

 

ines der ältesten Wohngebiete der Stadt ist Bo Kaap. Charakteristisch sind hier die kleinen, mit leuchtenden Farben bemalten Kolonialhäuser. Heute lebt hier die muslimische Communtiy der Stadt , meist Nachfahren der  Sklaven, die die Holländer im 16. und 17. Jahrhundert hierher verschleppten. Man bezeichnet die Bewohner von Bo Kaap allgemein als Kap-Malayen, wobei dieser Name irreführend ist, da die meisten der hier lebenden Menschen aus anderen afrikanischen Staaten,  Indien und Sri Lanka stammen. 
Man hat den Eindruck, dass in diesem Stadtteil die Uhren langsamer gehen. Im Gegensatz zu sonstigen Stadtteilen in der City geht es hier noch sehr gemütlich zu. Man plaudert miteinander, die Kinder spielen auf der Straße und insgesamt vermittelt Bo Kaap eine ganz andere Lebensart als das Kapstadt, welches man sonst so sieht. 

 

Und weil wir nicht nur die Sonnenseite der Stadt sehen wollten, haben wir auch einen Township besucht. Es gibt mittlerweile in den meisten großen Städten des Landes die Möglichkeit, eine geführte Tour in den Townships zu  machen. Dies ist eine Möglichkeit der jeweiligen Community, um Geld für z.B. soziale Projekte zu erhalten. 
Das Prinzip der Townships ist einfach: Möglichst weit weg von den Wohngebieten der Weißen, aber nah genug, damit die schwarze Bevölkerung täglich zur Arbeit bei den Weißen antreten kann. 

Und nach dem Besuch im Township Imizamo Yethu müssen wir sagen, dass sich ein südafrikanischer Slum nicht wesentlich unterscheidet von einem Slum in Indien. Die Hütten stehen eng auf eng, Wellblech, Pappe und Holzlatten sind die gängigen Baumaterialien. Es gibt keine sanitären Anlagen, kein fließendes Wasser, Strom wird vom Stromnetz der Stadt illegal abgezweigt, alles ist eng, grau, schmutzig und trostlos. Arbeitslosigkeit, Alkohol, illegale Drogen und Gewalt in jeglicher Form sind an der Tagesordnung. 

Da es keine Registrierung gibt, kann kein Mensch sagen, wie viele Menschen in Imizamo Yethu leben - es sind, so die Schätzungen ca. 20.000. Und da sich der Slum täglich weiter ausdehnt, werden es von Tag zu Tag mehr. 

Inmitten dieser Trostlosigkeit versuchen, meist Frauen, mit einfachen und umso kreativeren  Mitteln einen Weg aus der Hoffnungslosigkeit zu finden. In Imizamo Yethu stellen Frauen mit Unterstützung der dortigen Kirchengemeinde Kunst aus gebrauchten Teebeuteln her, schöpfen Papier, stricken, häkeln und machen Spielzeug, Taschen und sonstige Gebrauchsgegenstände aus  Müll. Wir waren sehr beeindruckt von dem Willen und der Energie, die hier deutlich werden.

Nach einer  Tour durch ein Township relativiert sich vieles und die Stadt erscheint in einem völlig neuen Licht. 

 

 

Cape Peninsula
Das klassische Touri-Programm schließt selbstverständlich auch ein Besuch am Cape Point ein, dort wo der Indische Ozean und der Atlantik zusammentreffen. Wir haben diesen Programmpunkt auch nicht ausgelassen, aber nicht nur, um wie die meisten Touristen, das obligatorische Bild am Kap der guten Hoffnung zu machen (welches wir nicht gemacht haben, weil es uns zu voll dort war), sondern auch um dort im Table Mountain Nationalpark eine Wanderung zu machen. Diese war wirklich schön - vor allem der Diaz Beach, den wir bereits von weit entfernt unter uns liegen sahen.
Tolle Wellen, schöner Sand und nur wir beide - das war richtig super. 

Nur wenige Kilometer vom Cape Point entfernt liegen die Boulders. Diese von Wind und Wasser rund abgeschliffenen Felsen bilden geschützte kleine Buchten mit schönen Stränden und klaren Meerespools. Hier findet sich eine von zwei Pinguinkolonien in Afrika, die auf dem Festland angesiedelt sind. Die afrikanischen Pinguine stehen auf der roten Liste der gefährdeten Tiere. Von ehemals über 1,5 Millionen Tiere gab es gegen Ende des 20. Jhds nur noch weniger als 10%. Ihre Eier wurden als Nahrungsmittel gesammelt und so wurden die Tiere nahezu ausgerottet. Hier am Cape ist es, durch vielfältige Schutzmaßnahmen, gelungen, die Population von nur zwei Brutpaaren im Jahr 1982 auf mittlerweile über 3000 zu steigern. Diese Tiere lassen sich hier im Table Mountain Nationalpark aus großer Nähe beobachten.

Wir haben uns auch ein wenig treiben lassen....und natürlich nutzten wir die Zeit auch, um das ein oder andere zu organisieren. Eine unserer beiden Kameras war kaputt (der Sandsturm während der Wanderungen im Alexandria Trail hat den Zoom beschädigt) und musste repariert werden, wir mussten unser Reisekonto überpfüfen, Geld holen, die nächste Etappe unserer Reise nach Namibia ein wenig vorbereiten, einkaufen,....die Zeit verging wie im Flug.
Nach fast einer Woche sind wir wieder aufgebrochen - Namibia, die letzte Station unserer Reise durch das südliche Afrika stand auf dem Programm.