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Chile - Patagonien (09.02.- 22.02.2010)
 

 

Von El Chalten sind wir über El Calafate mit dem Bus nach Puerto Natales in Chile gefahren. Puerto Natales, einst ein kleines Dorf, welches von der Fischerei lebte, ist heute der Ausgangspunkt für Touren im Parque National Torres del Paine. Die Bibel der Traveller "Lonely Planet" bezeichnet Puerto Natales als Gore-Tex Mekka - und es ist tatsächlich so, dass alle hier mit Windbreaker, Gore-Tex  Jacke, Trekkingstiefeln und weiterem Outdoorequipment ausgestattet sind.
 

 

Unterwegs von El Calafate (Argentinien) nach Puerto Natales (Chile)

Nach unserer Ankunft ging erst mal das Organisieren wieder los. Wanderrouten abklären, Übernachtungsmöglichkeiten in den Refugios im Nationalpark reservieren, Infos über Bus- und Schifffahrtszeiten in den Nationalpark einholen,  Bargeld holen, Verpflegung für die Wandertouren einkaufen, Unterkunft  für die Rückkehr suchen und reservieren, Rucksäcke für die Tage im Park packen, anderes Gepäck lagern, ....am nächsten Tag ging es dann schon los.

 

 

Parque National Torres del Paine
 

 

Der Parque National Torres del Paine wird dominiert von einem Granitmassiv, dessen höchster Punkt sich mehr als 3000 m über die patagonische Steppe erhebt. Zweifellos werden in erster Linie die Felstürme (Torres), die sich vertikal und imposant aus dem Gebirgsmassiv erheben, mit diesem Nationalpark in Verbindung gebracht. Aber es gibt noch vieles anderes zu sehen, was nicht weniger beeindruckend ist. Azurblaue Seen, kristallklare Flüsse und Bäche, große Herden von Guanacos, Andenkondore, Salzseen in denen Flamingos nach Nahrung suchen, Gletscher, Steppe und Wälder.

 

Als wir am Morgen losfuhren, regnete es bereits. Immer wieder sah man für wenige Minuten die Sonne und wir konnten über der patagonischen Steppe wunderschöne Regenbögen bewundern - und damit verbunden war die Hoffnung, dass das Wetter besser wird.

 

 

 

Der Park ist die Trekkingdestination schlechthin im südlichen Chile. Tausende (!) von Wanderern machen sich nun, im Sommer auf, um ein- oder mehrtägige Touren im Park zu machen. Dabei sind die Temperaturen und Wetterbedingungen nicht wirklich sommerlich - wir hatten sogar Schnee. 

Dafür ist die Infrastruktur des Parks gut und es gibt ausreichend Schlafplätze in den Refugios und Campingplätze, so dass sich der Ansturm der Wanderer recht gut verteilt. 

Rucksäcke auf dem Katamaran zum Ausgangspunkt unserer Tour.

 

Leider hat sich unsere Hoffnung auf besseres Wetter zu Beginn unserer Tour nicht erfüllt. Den ganzen Tag hat es in Strömen geregnet, so dass wir die erste Wanderung bereits nach einer halben Stunde beendet haben. Der Wind war enorm, der Regen kam waagerecht und die Sicht auf wenige Meter beschränkt.

 

Und so rotteten wir uns, mit -zig weiteren Wanderern um die wenigen warmen Plätze im Refugio. Überall hingen nasse Klamotten und standen durchweichte Trekkingstiefel.  Weitere, völlig durchnässte Wanderer kamen nach und nach an und versuchten verzweifelt, noch ein Plätzchen zum Trocknen ihrer Kleider zu finden. 

Wir haben in einem Zimmer mit 4 weiteren Leuten geschlafen. Geschlafen wäre jedoch zu viel gesagt: Die erste Nacht war schrecklich. Ein stinkender, stockbetrunkener Typ im Zimmer, der mitten in der Nacht aus dem oberen Stockbett stürzte, aufs Gesicht fiel, das Blut strömte aus Nase und Mund, innerhalb kurzer Zeit war alles voller Blut und der Typ hat nichts realisiert und wollte blutend auf dem Boden weiterschlafen. Mitarbeiter des Refugios haben ihn nach draußen geschafft, vollgeblutete Betten und Ausrüstung mussten gesäubert werden,......Soviel zur einst so schönen Hüttenatmosphäre.....

 

 

31 km, 10 Stunden, über 1000 Höhenmeter aufwärts.....
und weitere 1000 Höhenmeter wieder abwärts - so die Eckdaten unserer Tour am nächsten Tag. 

Als ich am frühen Morgen aufwachte und einen Blick aus dem Fenster warf, waren die Berge (deren Anwesenheit am vorherigen Tag nicht zu erahnen war) in schönes Licht getaucht und der Himmel war nahezu wolkenlos. Ich bin aus dem Schlafsack gekrochen, schnell in Schuhe und Jacke geschlüpft, und nach draußen gegangen.....

Es wurde ein traumhaft schöner Tag. Unsere geplante Tour zum Valle Frances, dem wohl schönsten Tal im Nationalpark, war einzigartig und das gute Wetter tat sein übriges.   

 

Zunächst ging es recht einfach entlang eines Sees, begleitet von starkem Wind, der das Wasser des Sees richtig aufpeitschte. 

 

Am Eingang des Tals begann dann der Aufstieg - anfangs noch recht moderat ging es bald steil bergauf, vorbei an Gletschern, über Bachläufe, bei denen man von Stein zu Stein hüpfte, über Hängebrücken, felsiges Terrain und Geröll- und Schneefelder. 

 

 

.  

Je höher wir stiegen, desto fantastischer wurden die Panoramen, die sich uns boten. Am Endpunkt unserer Wanderung angekommen wurden wir mit einen 360° Rundumblick belohnt, der uns die Mühen des Aufstiegs schnell vergessen ließ. Der Blick auf die um uns stehenden Granittürme der atemberaubend. Es ist wirklich ein Geschenk, so etwas erleben zu dürfen.
 

Hier einige wenige Eindrücke:

 

 

 

 

Bereits den ganzen Tag hörten wir das Donnern des kalbenden Del Frances - Gletschers und bei Abstieg konnten wir dann sehen, wie ein riesiger Eisbrocken aus dem Gletscher brach und donnernd in die Tiefe stürzte. Innerhalb kurzer Zeit war der ganze Gletscher hinter einem Eis- und Schneevorhang verborgen. Das war einerseits ein perfektes Naturschauspiel, andererseits aber auch etwas beängstigend, weil wir so nah dran waren.

Es war eine lange Tour, aber sie war großartig. Müde, erfüllt von vielen Eindrücken und zweifellos auch stolz sind wir an Abend zurück ins Refugio gekommen. Und wir hätten sicher gut geschlafen, wäre da nicht Manolo in unserem Zimmer gewesen, der geschnarcht hat wie ein Bär.

 

 
Am nächsten Tag haben wir, quasi zum "Auslaufen" noch eine kleine Tour gemacht, bevor wir zurück nach Puerto Natales gefahren sind und uns in einem kleinen familiären Gästehaus einquartiert haben.

 

 

 

Am Abend nach unserer Rückkehr aus dem Nationalpark fand in Puerto Natales das Banff Mountain Film Festival, welches gerade auf Welttour ist, statt. Wir haben die abgefahrenen Filme über Extremkanuten, Kletterer, Slackliner, Freeclimber und Basejumper gesehen. Ich weiß wirklich nicht, ob ich diese Menschen mutig, leichtsinnig, lebensmüde oder schlicht und einfach verrückt finden soll. 

 

 

Kondor - Tour
 

 

Bereits bei unseren Wanderungen im Parque National Torres del Paine haben wir Kondore gesehen - weit über uns kreisend und nur anhand des Flugbildes als solche zu identifizieren.

Wir wollten diese großen Vögel einmal näher sehen und hatten dazu Gelegenheit auf dem Gelände einer Estanzia (Farm) am Ultima Esperanza Fjord. 

Kondore gehören zur Familie der Geier und sind die größten und schwersten Aasfresser die es gibt. Mit ihren 3 m Flügelspannweite und massigem Körperbau sind sie in der Lage, bis zu 20 kg Aas zu tragen.

 

 

Doch zuerst galt es, über 800 Höhenmeter auf den Cerro Bandella aufzusteigen. Dort an einer 300m hohen senkrechten Felswand leben und brüten Kondore. Es war beeindruckend, diese riesigen Vögel von oben fliegen  (und nicht wie gewöhnlich von unten) und in den Felsspalten sitzen zu sehen.

Schön sind sie nun wirklich nicht - aber irgendwie dennoch speziell.

Wir hätten sie sicher länger beobachtet, aber es fing an zu schneien, war sehr windig und kalt und nachdem wir alle durchgefroren waren, sind wir abgestiegen.

Doch nicht nur Kondore, sondern auch auch jede Menge andere Vogelarten leben auf dem Gelände der Farm. Aufgrund des Zugangs zum Meer natürlich viele Wasservögel und wegen der nicht mehr zu beherrschenden Hasenplage auch jede Menge Greifvögel.

 

 

 

Und obwohl es nur 5-7 °C hatte, so ist dennoch Hochsommer und man sitzt draußen und grillt. Als wir ziemlich durchgefroren wieder zum Farmhaus kamen, hing die Lammkeule bereits über dem Feuer und der Rotwein war schon eingeschenkt......

So saßen wir denn, bei Nieselregen, mit langen Unterhosen, dicken Socken, Schal, Mütze, 5 Schichten Pullover und Jacken und Handschuhen im Freien .....so sieht ein Grillfestle in Patagonien aus.

 

 

Auf der Navimag Evangelistas von Puerto Natales nach Puerto Montt 15.02.-19.02.2010
 

 

 

 

Navimag, die Fähre, die die entlegenen Küstengebiete im Süden Patagoniens mit Waren und Vieh versorgt, nimmt seit einigen Jahren auch Touristen mit. So hat man die Gelegenheit, mit Kühen, Schafen, Pferden, riesigen Trucks, beladen mit den Dingen des täglichen Leben, und  LKW-Fahrern durch die Kanäle und Fjorde der chilenischen Küste zu schippern.

Morgenstimmung unterwegs

 

Die Tour ist nicht billig - dennoch haben wir uns für die "Luxus-Variante" entschieden. Wir haben eine 4-er Kajüte zu zweit gebucht. Und die Entscheidung war richtig. Die Kajüte war so eng, dass wir uns zu zweit schon absprechen mussten, wer zuerst aus seiner Koje steigt. Allein die Vorstellung, mit zwei weiteren Menschen diese kleine Kammer teilen zu müssen, verursacht bei mir Platzangst.
Eine Fahrt mit der Navimag ist keine Kreuzfahrt. Es geht leger und eher rustikal zu - die Atmosphäre im Speisesaal erinnerte an eine Mensa und wir wurden bei jedem Essen freundlich, aber bestimmt daran erinnert, dass wir zügig zum Ende kommen und unsere Tabletts auch unbedingt zur Küche zurücktragen sollten. Und nach dem dritten Tag, an dem es Kartoffelpurree gab, haben wir uns gefragt, ob Nudeln hier wohl auch bekannt sind.

 

 

 

Die Zeit auf der Navimag war entspannt und schön. Wir haben mit anderen Reisenden geplaudert, Tipps und Infos zur Weiterreise ausgetauscht, unsere Homepage bearbeitet (nie war diese so aktuell wir im Moment) viel  gelesen, sind an Deck gestanden und haben die Landschaft an uns vorbei ziehen lassen. 

Zweifellos hängt die Wahrnehmung, ob es sich lohnt, die Navimag zu nehmen, oder doch lieber im Inland den Bus, vom Wetter und der Neigung zur Seekrankheit ab. 

 

Die Fahrt geht zunächst durch die Fjorde und Kanäle der chilenischen Küste, vorbei an Gletschern und durch Gewässer voller Eisschollen. Hier ist das Wasser ruhig und die Fahrt angenehm. Sobald der offene Pazifik erreicht wird, ändert sich dies. Hohe Wellen machen die Fahrt eher ungemütlich. Dafür haben wir hier Wale, Seehunde, Delfine und Albatrosse gesehen.  

 

 

 

Der erste Tag war unglaublich schön. Sonne pur, keine Wolke trübte den Himmel und die Sicht auf die Berge war wunderschön. Wie haben wir , nach all den kalten, unbeständigen Tagen, die Sonne genossen. Die nächsten Tage waren dann eher durchwachsen bis schlecht - aber der erste Tag hat uns dafür mehr als entschädigt.