Gästebuch
Startseite
Uganda
Bilder Uganda
Ruanda
Sansibar
Bilder Sansibar
Tansanias Norden
Bilder Tansania
Botswana
Mokopane
Mocambique
Bilder Mocambique
Suedafrika
SA - Mpumalanga
Bilder Mpumalanga
SA -   Eastern Cape
Bilder Eastern Cape
SA - Western   Cape
Bilder Western Cape
SA - Kapstadt u. Halbinsel
Bilder Kapstadt und Halbinsel
Namibia
NAM - der Sueden
NAM - die Kueste
NAM - der Norden
Bilder Namibia 
SA - Kalahari
Afrika - Rueckblick
 

 

Suedamerika
Argentinien
Buenos Aires 1. Teil
Buenos Aires 2. Teil
Iguazú - NP
Patagonien
Bilder Patagonien
Chile
Patagonien
Bilder Chile-Patagonien

 

 

 

Argentinien - Patagonien 29.01.-09.02.2010
 

 

Von tropisch heißen Puerto Iguazú sind wir über Buenos Aires nach El Calafate, Patagonien geflogen. Und hier kamen dann lange Unterhose, Schal, Mütze, Fleecejacke, Handschuhe und wind- und wasserdichte Jacke zum Dauereinsatz. Hier ist zwar Hochsommer, aber die Temperaturen sind dennoch eher wie im späten Winter bei uns in Mitteleuropa. Man spürt die Sonne, aber es ist dennoch kalt. Hinzu kommt der eiskalte Wind, der alles viel kälter erscheinen lässt.
El Calafate ist Ausgangspunkt für Besuche im südlichen Teil des Parque National los Glaciares. Die Straßen der kleinen Stadt sind bevölkert mit Gore-Tex-bekleideten Touristen aus der ganzen Welt. Man kommt hierher, um die Gletscher zu sehen. 

Dabei ist El Calafate nicht Patagonien. Die Atmosphäre hat uns immer wieder an einen Skiort in der Schweiz oder in Österreich erinnert. Restaurants und Cafés, Souvenir- und Ausrüstungsläden, Touranbieter, auf den Strassen hauptsächlich Touristen,....

Sobald man jedoch aus der Stadt rauskommt, ist es weit, einsam und still. Steppe, die schneebedeckten Gipfel der Anden, eisblaue Seen und klare Flüsse prägen die Szenerie.  

Fast der südlichste Punkt unserer Reise und die größte Entfernung nach Deutschland
 

 

Parque National los Glaciares (südlicher Teil)
 

 

Das drittgrößte Eisfeld der Welt (nach der Antarktis und Grönland) liegt hier in Patagonien (auf chilenischer und argentinischer Seite). Über dem Pazifik bilden sich permanent mit viel Feuchtigkeit beladene Wolken. Diese Feuchtigkeit wird über den Anden in Form von Schnee abgeladen und unter massivem Druck zu Eis gepresst. Diese Eismassen fließen ostwärts und bilden die Gletscher im Parque National los Glaciares.   

Der am leichtesten zugängliche und zugleich der dynamischte Gletscher ist der Perito Moreno. Mit seinen 30 km Länge, 5 km Breite und fast 60 m Höhe ist er nicht nur wegen seiner Größe spektakulär. Was ihn besonders hervorhebt ist, dass er mit einer fast 60 m hohen Wand in den Lago Argentina kalbt und nicht als Moräne ausläuft, wie man es von anderen Gletschern kennt.

 

 

 

Der Perito Moreno selbst ist nicht, wie so viele andere seiner Art, vom Schwund betroffen. Der Gletscher ist stabil, trotz dessen, dass er permanent kalbt. Ca. 30 % des Gletschers schmelzen, dafür sind 70 % des Gletschers im Wachstum. Da das Wachstum der Gletscher ungleich langsamer ist, ist dieser Gletscher im Gleichgewicht. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Gletscher hier im südlichen Eisfeld vom Schwund betroffen sind.

 

Schon von weiter Ferne hört man das Donnern des kalbenden Gletschers und wenn man riesige Eisbrocken aus dem Gletscher brechen sieht, die dann  große Wellen im See verursachen, dann ist das ziemlich beeindruckend. 

 

 

 

Wir haben eine geführte Gletscherwanderung auf dem Perito Moreno gemacht. Bevor es losging hat unser Guide erklärt, wie man mit den Steigeisen an den Füßen läuft. "Aufwärts wie Charlie Chaplin und abwärts wie ein Affe." Sieht vielleicht etwas komisch aus, aber funktioniert gut. 

Dann ging es über das Eis, vorbei an großen und kleinen Gletscherspalten, Wasserläufen, tiefen, mit Wasser gefüllte Hohlräumen, .... Wir waren erstaunt, wie vielseitig die Oberfläche des Gletschers ist. 

 
Hier einige Eindrücke von unserer Gletscherwanderung:
 

 

Was wie Schmutz auf dem Gletscher aussieht, ist Staub und Sand, der durch den permanenten Wind von der Steppe hergeweht wird. 

 

 

 

 

 

Lago Roca und Cerro Cristal
 

 

Lago Roca

 

Der Lago Roca, ein Seitenarm des Lago Argentina, ist Teil des Parque National los Glaciares. Für uns war der See Ausgangspunkt einer Wanderung, die uns einen tagelangen schweren Muskelkater beschert hat. Das Ziel war der Gipfel des Cerro Cristal, von dem man auf der einen Seite einen phantastischen Blick auf den Perito Moreno und den Lago Argentina mit all seinen Seitenarmen hat und auf der anderen Seite sieht man die schneebedeckten Andengipfel und vor allem den Torre del Paine auf der chilenischen Seite. Um diesen Ausblick jedoch genießen zu können, muss man steil aufsteigen. Wir sind fast 1200 Höhenmeter aufgestiegen und dabei stundenlang auf den Ballen gelaufen. Und dann trafen wir drei deutsche Wanderer, die bereits beim Abstieg waren und die meinten, das letzte Stück sei fast senkrecht.....Sie hatten recht - das war echt so was von steil und ging dazu noch über ein Geröllfeld. Aber die Mühe hatte sich gelohnt ("...und die Schmerzen auch." OT Thomas).

 

 

 

 

 

 

 

Begegnung unterwegs....ein Guanaco

 

Die Ausblicke vom Gipfel des Cerro Cristal waren wirklich atemberaubend - aber der Wind war so stark und eiskalt, dass innerhalb weniger Minuten die Finger (trotz Handschuhe) taub wurden und einem das Gesicht einfror. Wir haben ein Gipfelbild gemacht und sind abgestiegen. Wobei das vielleicht nicht der richtige Ausdruck ist: Wir sind vielmehr runtergerannt - anders ging es nicht... man konnte kaum bremsen.

 

Und vor lauter Kälte haben wir vergessen, ein Bild von der chilenischen Seite zu machen.  

 

 

El Chalten und Parque National los Glaciares - nördlicher Teil
Ausgangspunkt für Wanderungen und Klettertouren im nördlichen Teil des Nationalparks ist El Chalten. Ein 600-Seelen-Dorf, welches sich zum Bergsteiger-Mekka Argentiniens entwickelt hat und nun im Sommer von Wanderern und Kletterern bevölkert ist und das dann nach der Saison in einen Winterschlaf verfällt.

Die Lage des Dorfes am Fuße des Fitz Roy (3405 m) und des Cerro Torres (3128m) ist einmalig und wir haben uns hier, in diesem kleinen Nest, sehr wohlgefühlt.

Und man glaubt es kaum - nirgends haben wir besser gegessen als hier. 

Als wir ankamen, klarte der Himmel auf und wir machten uns gleich zur ersten Tour auf. So konnten wir den Fitz Roy und den Cerro Torre in ihrer ganzen Pracht bestaunen. In den nächsten Tagen waren die Berge immer hinter dicken Wolken verborgen.
 
Wir haben vier Tage hier verbracht und haben vier Jahreszeiten erlebt. Schnee- und Graupelschauer, starker eiskalter Wind, Sonne und Regen. Dennoch waren wir jeden Tag unterwegs und haben den Nationalpark in drei Wanderungen und einer Bootstour erkundet. 

 

Bei der Tour zum Gletscher und Gletschersee am Fuße des Cerro Torres hatten wir wettermäßig Glück (heißt soviel wie: kein Regen und kein Schnee). Fast immer Sonne (und natürlich starker Wind) und einen schönen Blick auf den Gletscher des Cerro Solo. Eigentlich wollten wir ja bis zum Gletscher des Cerro Torres laufen. Aber an der Rangerstation wurde uns bereits gesagt, dass dies bei starken Wind sehr gefährlich sei und wir die Bedingungen, wenn wir dort ankommen, abwarten sollen. Es gab nicht viel zu überlegen. Der Wind war unglaublich stark und hätte uns wohl vom Grat geweht. 

Leider blieb der Cerro Torre den ganzen Tag in einer dicken Wolkenschicht verborgen.

 

Pause am Gletschersee. Im Hintergrund, verdeckt von den Wolken, ist der Cerro Torre

 So sieht er aus - wenn er denn zu sehen ist.                      Cerro Torre, aufgenommen am Tag unserer Anreise 

Bei der Wanderung zum Fuße des Poincenot starteten wir schon bei bedecktem Himmel und kaum haben wir den Aufstieg begonnen, fing es an zu schneien. Der Schnee ging dann in heftigen Graupelschauer über, der dann in einen Graupelsturm mündete. War nicht wirklich gemütlich. Von den Bergen haben wir wiederum nichts gesehen, dafür Wolken, Nebel und grauen Himmel und beim Abstieg noch einige schöne Spechte - immerhin.
Außergewöhnlich, aber gut fanden wir, dass hier kein NP-Eintritt verlangt wird und das Campen auf den Campingplätzen im Park umsonst möglich ist (nein- wir haben nicht gecampt.... wir sind in einer kleinen Hosteria im Dorf abgestiegen). 

 

 

Und weil es hier so kalt ist und wir uns oft draussen aufhalten, braucht es natürlich viel Energie - die haben wir in Form von Fett und Zucker zu uns genommen. 

Nach jeder Tour führte uns unser Weg in die Bäckerei "La Nieve", wo wir uns süße Stückchen und Alfajores gekauft haben um dann mit unserer Tüte in die dazugehörige Cafeteria zu sitzen und dort Submarinos (heiße Milch, in die ein Schokoriegel gelegt wird, der dann langsam schmilzt - schmeckt sehr köstlich) zu bestellen. So lässt es sich gut leben.

 

 
Von El Chalten sind wir mit dem Bus wieder zurück nach El Calafate um von dort gleich am nächsten Tag nach Chile einzureisen. Dort steht dann der Nationalpark Torres del Paine auf unserem Reiseplan.

Obwohl es uns oft kalt war und wir uns so manches Mal nach tropischer Wärme sehnten, war es dennoch eine schöne Zeit, die wir hier im Süden Argentiniens verbracht haben. Der Perito Moreno, unser Aufstieg auf den Cerro Cristal, die Wanderungen in den Bergen um El Chalten und unsere Besuche in der Panaderia La Nieve werden uns in Erinnerung bleiben. Und für alle, die einen Patagonien-Besuch ins Auge fassen: Dies ist nur eine Destination für Menschen, die gerne Wandern oder Klettern und denen extreme Temperaturen (vor allem Kälte) und starker Wind nichts ausmachen. 

Und unbedingt ins Reisegepäck gehören Oropax. Die Wände in den patagonischen Häusern sind sehr dünn und man nimmt regen Anteil an nahezu allen Aktivitäten der Zimmernachbarn.