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Uganda 1-3 Reisewoche

Unsere erste Reiseetappe neigt sich nun dem Ende entgegen. Nachdem wir drei Wochen in Uganda mit einem kurzen Abstecher nach Ruanda unterwegs waren, sind wir nun wieder nach  Entebbe, dem Ausgangspunkt unserer Reise in Uganda, zurückgekommen und werden morgen nach Sansibar fliegen.

Der Einstieg in unser Sabbatjahr war eine Zeit in der wir viel gereist sind (wir haben über 2700 km auf z.T. unglaublichen Straßen zurückgelegt), ständig unterwegs waren und viel unternommen haben. Nach dem Alltagsstress und der Abreisehektik war das vielleicht nicht unbedingt der entspannteste Einstieg in unsere Auszeit, aber im September beginnt die Regenzeit und dann wird das Reisen auf ugandischen Straßen noch beschwerlicher, bzw. kaum mehr möglich.

Die Zeit ist wie im Flug  vergangen. Manchmal haben wir das Gefühl, schon lange unterwegs zu sein, da sich mittlerweile wieder Reisealltag eingestellt hat.

 

Infos und Eindrücke

Winston Churchill beschrieb Uganda als die „Perle Afrikas“ und auch wir erleben es als freundliches, abwechslungsreiches, interessantes,  zugleich aber auch sehr armes Land. Bei unsere Reise haben wir viele Eindrücke gewonnen, viel erlebt, viel gesehen – mitunter auch Dinge, die uns betroffen zurück gelassen haben.

Die touristische Infrastruktur ist nicht annähernd so gut entwickelt wie die in Kenia oder Tansania. Nach der Gräuelherrschaft von Idi Amin lag das Land politisch und wirtschaftlich am Boden. Der Tierbestand in den Nationalparks war durch exzessive Jagd von Idi Amin und seinen Günstlingen extrem reduziert und die Nationalparks  verkamen zur Bedeutungslosigkeit. Der Handel mit Elfenbein und Fellen blühte, Korruption und Misswirtschaft waren an der Tagesordnung. 

Nachdem nun seit über 20 Jahren eine demokratische Regierung an der Macht ist, hat sich das Land stabilisiert (es zählt zu den politisch stabilsten auf dem afrikanischen Kontinent) und auch die wirtschaftliche Situation erlebt einen Aufschwung.  Der Tierbestand in den Nationalparks erholt sich, das Reisen ist sicher und somit kann auch der Tourismus wieder aufgebaut werden. Massentourismus wird dabei nicht angestrebt, vielmehr ein sanfter Ökotourismus.

Auch wenn die wirtschaftliche Situation stetig besser wird, leben doch 80 % der Bevölkerung auf dem Land, wo Armut, Kinderreichtum (8-10 Kinder sind normal) und extreme Lebensbedingungen vorherrschen. Das Leben auf dem Land, insbesondere in den abgelegenen Bergregionen ist hart – medizinischen Versorgung ist kaum vorhanden, Elektrizität gibt es nicht, die Wasserversorgung erfolgt durch Flüsse und Brunnen, was meist einen langen Fußmarsch erfordert, die hygienischen Bedingungen erschreckend, Kinder- und Müttersterblichkeit hoch.  Bei unseren Wanderungen über  Land wurde uns immer deutlich bewusst, dass Uganda, trotz stetig wachsender Wirtschaft, immer noch ein Entwicklungsland ist.

Ein ganz anderes Bild zeichnet sich hingegen in der Innenstadt der Hauptstadt Kampala – breite Straßen, schicke Restaurants und Hotels, gepflegte Parkanlagen, moderne Einkaufszentren. Wir wähnten uns eher in einer europäischen Großstadt.

Die stetig wachsende Bevölkerung (pro Jahr steigt die Bevölkerungszahl um 1 Mio.) muss ernährt werden, was wiederum zu Folge hat, dass jedes nur mögliche Stückchen Land landwirtschaftlich genutzt wird. Nur noch in einigen wenigen Gegenden im Westen des Landes und im Dreiländereck Kongo, Ruanda und Uganda gibt es Regenwald, ansonsten ist alles abgeholzt und wird genutzt. In steilster Lage werden kleine Terrassen angelegt, um Kasava (eine stärkehaltige Wurzel) oder Süßkartoffeln anzubauen. Dass manche dieser Felder nur recht kurzlebig sind, weil sie in der Regenzeit einfach weggespült werden, ist nicht verwunderlich. Insgesamt erschien uns Uganda sehr grün und fruchtbar.

Hauptnahungsmittel in Uganda ist Matooke, grüne Bananen, die gedünstet oder gekocht, zu Brei gestampft oder einfach geschält zu einer Soße mit Gemüse oder Fleisch gereicht werden. Daneben gibt es aber auch Kartoffeln, Süßkartoffeln, Reis und Kasava.

Selbstverständlich bleibt auch der englische koloniale Einfluss nicht aus – Toast, Bier und Schwarztee sind überall erhältlich.

Was uns zu Beginn unserer Reise in Uganda erstaunt hat, ist der indische Einfluss im Speiseplan. Dieser ist indischen Handelsreisenden und  indischen Migranten zu verdanken. Chapati, Gemüsecurry und Samosas gibt es fast überall, was uns sehr entgegenkommt

 

In Uganda gibt es zwei Landessprachen – Englisch und Luganda.  Englisch macht uns die Kommunikation natürlich einfach. Daneben hat jeder Distrikt seinen eigenen Dialekt. Diese sind mitunter so unterschiedlich, dass sich die Menschen aus den Nachbardistrikten nicht verstehen können. In den Schulen wird zwar englisch unterrichtet, aber wir machten die Erfahrung, dass manche Menschen in entlegenen Gegenden nur verständnislos geschaut haben, wenn wir sie auf englisch angesprochen haben.
Unterwegs in Uganda
Die Straßenverhältnisse in Uganda sind schlechter, als wir sie von irgendeinem anderen Land, das wir bereist haben, kennen. Es gibt lediglich zwei geteerte Strassen. Die eine führt von der Hauptstadt Kampala nach Norden in den Sudan, die andere führt im Süden des Landes von West nach Ost. Alle anderen Straßen sind „dirt-roads“, ausgewaschene Lehmpisten, die in der Trockenzeit  extrem staubig und in der Regenzeit ebenso schlammig und sehr gefährlich sind. Der Zustand der besagten Straßen ist so schlecht, dass man ohne Allradantrieb kaum die Chance hat, diese zu passieren.
Öffentliche Verkehrsmittel sind Sammeltaxis, Busse oder LKWs, die vollgestopft mit Menschen, Tieren und Gepäck auf den Hauptverbindungsstraßen verkehren. Die Straßen zu den Nationalparks werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht bedient. So muss man immer ein Fahrzeug samt Fahrer auftreiben, was sehr aufwändig ist.

So reisen wir...... ....aber auch das wäre eine Möglichkeit

Für den Einstieg in unser Sabbatjahr haben wir uns für die luxuriöse Variante des Reisens entschieden. Bereits in Deutschland haben wir Kontakt zu einem ugandischen Touranbieter aufgenommen und einen Fahrer samt Jeep organisiert. Nun sind wir mit Michael, der zugleich Fahrer und Führer ist, unterwegs. Er war uns auf Anhieb sehr sympathisch, kennt sich sehr gut aus, ist selbst begeistert von Flora und Fauna, spricht perfekt englisch und ist ein sehr angenehmer Reisegefährte. Die Sympathie beruht wohl auf Gegenseitigkeit – wir haben viel Spaß miteinander und immer gute Stimmung. 

Da für jeden Nationalpark ein Führer vorgeschrieben ist, haben wir nun Führer und Fahrer in Personalunion, was unsere Tour enorm erleichtert.

Übernachten
Wir übernachten in Guesthouses, Lodges, kleinen Hotels oder Hostels. Meist sehr schön und überraschend sauber. Teilweise hatten wir Zimmer oder Bandas (kleine Bungalows) mit einem wunderschönen Blick über die umliegende Landschaft. Am Lake Bunyonyi war der Blick von unserer Terrasse auf den schönsten See des Landes einfach bezaubernd.

Mitunter ist unsere Unterkunft aber auch recht „basic“ – einmal sprachen wir, wenn wir unser Zimmer meinten, nur von unserer „Kammer“  (alles andere wäre schöngeredet). Dusche und Toilette teilten wir uns mit dem Nachbarzimmer – aber immerhin gab es Strom und fließendes Wasser.
Reiseroute 

Unsere Reise in Uganda bestand maßgeblich aus dem Besuch der verschiedenen Nationalparks im Norden und Westen des Landes. Nachdem wir in Entebbe gelandet waren, besuchten wir zunächst Ngamba Island im Viktoriasee, wo sich eine Auswilderungsstation für illegal gehaltene und dann konfizierte Schimpansen befindet. Nach einen kurzen Zwischenstopp in der Hauptstadt Kampala ging es Richtung Norden in den Murchison-Fall-Nationalpark. Von dort über den Kimbale- und Semliki-NP weiter zum Queen-Elisabeth-NP. Weiter führte uns unser Weg ins Dreiländereck Uganda, Ruanda und Kongo. Im Vulcanoes-NP in Ruanda besuchten wir die noch wenigen verbliebenen Berggorillas dieser Welt. Danach gönnten wir uns einen ruhigen Tag am Bunyonyi-See bevor wir unsere Reise mit einem Besuch des Mburo-NP fortsetzten. Am Schluss der Tour durch Uganda besuchten wir Jinja-Quelle, wo die lange Reise des Nils durch Uganda, den Sudan und Ägypten bis ins Mittelmeer beginnt .
Aktivitäten
Der Queen Elisabeth NP ist der vielleicht bekannteste NP des Landes und besticht durch seinen Artenreichtum an Flora und Fauna. Es gibt dort Gras – und Buschsavanne, gleichfalls aber auch unberührten Regenwald. Der Queen Elisabeth NP ist  auch der NP, in welchem die höchste Artenvielfalt von Vögeln auf dem gesamten afrikanischen Kontinent zu finden ist. Über 600 Arten leben ständig dort, und weit über 200 Arten sind saisonal zu finden. Durch die Seen im NP sind besonders Wasservögel hier in reicher Zahl zu beobachten. Die Bootsfahrt durch den Kasinza-Channel wird mir lange in Erinnerung bleiben. Der Kazinga-Channel ist die fast 40 km lange natürliche Verbindung zwischen dem Lake George mit dem Lake Edward. Es war später Nachmittag als wir auf dem Kanal unterwegs waren und Hunderte von Flusspferden, Elefanten, Büffel, verschiedene Arten von Antilopen und Warzenschweine waren zu sehen. Daneben aber auch Krokodile und jede Menge Vögel. Besonders beeindruckend war eine kleine Halbinsel, bedeckt mit Hunderten von Pelikanen, Kormoranen und verschiedenen Störchen. (Lieber Herr Kaup, Sie hätten Ihre wahre Freude daran gehabt)

 

Der Nil ist, neben dem Victoriasee, die wesentlichste Wasserressource des Landes und war immer wieder auch Ziel unserer Reise. Im Murchison-Nationalpark bestaunten wir den Murchison Fall – hier wird  der über 40 m breite Nil auf eine Breite von 7 m zusammengedrängt und stürzt in einer schmalen Schlucht über 100 m in die Tiefe. Die Kraft der Wassermassen ist  nahezu beängstigend und die Gischt spritzt zig Meter hoch. Ein unglaubliches Naturschauspiel, welches in der Regenzeit noch dramatischer sein muss (was ich mir kaum vorstellen kann).

Wir haben auch die Quelle des Nils in Jinja besucht. Er entspringt im Viktoriasee und wird am Ausgang des Sees zusätzlich von einer unterirdischen Quelle gespeist. Von hier macht er sich auf seinen 6400 km langen Weg durch Uganda, den Sudan und Ägypten ins Mittelmehr. Ein einziges Kraftweg am Oberlauf des Nils versorgt ganz Uganda mit Strom und darüber hinaus wird der Strom auch noch an Kenia verkauft. Aufgrund der boomenden Wirtschaft und der ständig wachsenden Bevölkerung wird derzeit ein weiteres Kraftwerk gebaut, um die Energieversorgung des Landes auch auf lange zu Sicht zu gewährleisten.

Im Murchison – NP haben wir eine Nilbootsfahrt gemacht – auch dort konnten wir Elefanten, Flusspferde, Büffel, Antilopen, Krokodile und Vögel beobachten und darüber hinaus den Murchison-Fall von unten fotografieren.  Der Murchison - NP ist zugleich der einzige Nationalpark des Landes, in welchem Giraffen zu finden sind. Die Ästhetik und Anmut dieser Tiere hat mich immer wieder begeistert.

 

Nachdem 1982 das letzte Nashorn in Uganda geschossen wurde, bemüht man sich nun, diese wieder anzusiedeln. Hierzu wurde das Ziwa - Rhino Sanctuary eingerichtet und Nashörner aus Kenia und amerikanischen Zoos nach Uganda gebracht

An Weihnachten wurde der erste Nachwuchs in freier Wildbahn geboren (er wurde getauft auf den bezeichnungsvollen Namen „Obama“, weil die Mutter aus Kenia kommt und der Vater aus einem amerikanischen Zoo) und man hofft natürlich, dass die Population weiterhin wächst. Mit einem Rancher sind wir zu Fuß durch die Grassavanne gewandert und haben eine Gruppe Nashörner aus nächster Nähe beobachten können.  Wir sind bis auf ca. 6-7 m an diese massigen Tiere herangekommen, die faul im Schatten lagen. Als sich jedoch eines aufgerichtet hat, wurde uns die Größe und Kraft dieser Tiere erst richtig bewusst. Diese Wanderung durch die Savanne war richtig aufregend.

Im Kibale – NP sind die dort lebenden Schimpansengruppen durch langjährige ethnologische Forschungen an die Präsens von Menschen gewöhnt. Bei einer Trekkingtour durch den Dschungel konnten wir einige Zeit einer Schimpansengruppe folgen und sie aus nächster Nähe beobachten.  Sie haben sich durch uns nicht stören lassen und sind unbeeindruckt ihrem Tagesgeschäft nachgegangen – sich gegenseitig lausen, fressen, Neugeborene säugen,…Der Rancher, mit dem wir unterwegs waren, kannte jedes einzelne Tier und konnte uns somit viele Informationen vermitteln, was natürlich hochinteressant war.

Der Mburo – NP ist der einzige Nationalpark des Landes, in dem es Zebras gibt. Hier haben wir mit einem Rancher eine Game-Walk am frühen Morgen gemacht. Die Sonne ging gerade auf, der Nebel lag noch auf der Savanne, die Tiere wurden langsam aktiv,…..die Stimmung war mystisch und zugleich bezaubernd.

Und darüber hinaus haben wir Kraterseen umwandert, farbenfrohe Märkte besucht (die Menschen hier lassen sich nicht gerne fotografieren, deshalb haben wir darauf verzichtet, Bilder zu machen), vogelkundliche Wanderungen unternommen, Geysire bestaunt und dort im heißen Wasser unser Mittagessen (Matooke, Eier und Kartoffeln, dazu gab´s frische Tomaten) gekocht, bei einer traditionellen ugandischen Familie zu Mittag gegessen (der Hausherr saß auf dem Stuhl, wir saßen alle auf dem Boden, zu essen gab es Matooke und o.g. Soßen) ….und sind stundenlang über ausgewaschene, teils staubige, teils schlammige Lehmpisten geholpert.

  Es war eine ausgefüllte Zeit, wir sind immer noch voller Eindrücke, die wir erst mal verarbeiten müssen.

Deshalb gönnen wir uns nun eine kleine Verschnaufpause am Strand von Bwejuu auf Sansibar. Nachdem wir während der Tour durch Uganda meist morgens sehr früh, um 6.00 oder 7.00 Uhr, aufgestanden sind (dafür lagen wir auch zwischen 21.00 und 22.00 Uhr im Bett) freuen wir uns nun auf´s Ausschlafen, auf stundenlanges Bücherlesen und ich freue mich auf´s morgendliche Yoga. Und natürlich müssen wir erst mal auch unsere Klamotten waschen.

Blitzlichter der Zeit in Uganda

  • Thomas wollte unbedingt ein Chamäleon vor die Linse bekommen. In jedem Nationalpark fragten wir die Rancher, wo, wann und wie diese Tiere am besten zu finden sind. Alle meinten, das sei sehr schwierig, weil sie gut getarnt, meist auf Blättern, auf dem Boden, oder sonst wo völlig regungslos sitzen.  Eines Tages geht Thomas auf die kleine Terrasse vor unserem Zimmer um Wäsche aufzuhängen und was sitzt auf dem Stuhl – ein Chamäleon. Wunderschön und sehr fotogen.
  • Während ihr in Deutschland hochsommerliche Temperaturen habt, sind wir meist in Fleecejacke und Langarmhemd unterwegs. Wir hätten selbst nicht gedacht, dass es hier am Äquator so kühl wird. Aber wir waren ja auch oft auf ca. 2000 m in den Bergen. Gestern Abend war es so kalt, dass man uns beim Essen in der Lodge einen Eimer mit glühenden Kohlen an den Tisch gestellt hat, damit es etwas wärmer wird. Ich war trotz Tee so durchgefroren, dass ich mich wirklich nach einer Wärmflasche für das Bett sehnte. Und als wir zurück in unser Zimmer sind, kam mir ein Angestellter entgegen, der, ich glaubte es kaum, eine Wärmflasche in den Händen trug. Ich sprach ihn spontan an und fragte, ob er noch eine hätte. Er bejahte und bot sich an, mir eine zu bringen. Er hat mir dann tatsächlich eine superheiße Wärmflasche gebracht - das ganze hat mich US $ 1,00 Trinkgeld gekostet. Am nächsten Morgen hat er sie wieder abgeholt und ich war ihm so dankbar.

 

  • In einer Unterkunft hatte ich ein Erlebnis, bei dem mir erst später bewusst wurde, wie gefährlich die Sache war. Wie gesagt, Strom gibt es nicht überall und die Installation ist mitunter gewagt. In einer recht neuen Unterkunft stieg ich in die Dusche, halte den Duschkopf (aus Metall) in der Hand und warte, bis warmes Wasser kommt. Plötzlich fing es an den Händen an zu kribbeln was sich in Sekundenbruchteilen so verstärkte, dass mein ganzer Körper unter Strom stand. Panisch ließ ich den Duschkopf fallen  und bin aus der Dusche gesprungen. Offensichtlich wurde bei der Installation der elektrischen Leitungen ein Fehler gemacht und sobald man Kontakt zur metallischen Dusche hatte und barfuss im Wasser stand, wurde ein Stromkreis geschlossen. Das war richtig beängstigend und noch Stunden später habe ich die Nachwirkungen des Stromschlags gespürt.  Wir haben den Leuten vom Guesthouse Bescheid gegeben, es kam dann auch einer, der sich der Sache annahm und meinte, er spüre nichts – ich machte ihn darauf aufmerksam, dass er Schuhe mit Plastiksohlen anhabe, was den Strom nicht leitet.  Wir haben dann in einem anderen Bad geduscht – ob die Sache repariert wird, wage ich tatsächlich zu bezweifeln.

  • Zweimal sind wir in einem richtigen „Backpacker-Hangout“ abgestiegen – junge Leute aus der ganzen Welt, jeder möchte cooler als der/die andere sein, auf versifften Sofas rumhängend, dazu laute, dröhnende Musik, parallel läuft der Fernseher, viel Alkohol,….wir kamen uns so unendlich alt vor.
  • Und natürlich gibt es immer wieder schöne Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt. Besonders schön fanden wir die Abendessen in einem kleinen Guesthouse im Westen des Landes, wo alle Gäste sich am Abend um einen großen Tisch versammeln. Hier werden Infos ausgetauscht, Erfahrungen mitgeteilt, Verabredungen getroffen,….Wir haben dort eine reizende holländische Familie kennen gelernt, haben viel erzählt, viel gelacht und uns einige Tage später auf dem Kazinga-Kanal wieder getroffen.

Vorhin haben wir uns nun von Michael verabschiedet, der uns während der letzten drei Wochen sehr ans Herz gewachsen ist. Er hat sicherlich mit dazu beigetragen, dass wir uns hier so wohl gefühlt haben. …und irgendwie sind wir ja in Gedanken bereits bei einer weiteren Tour in Uganda – dann aber als Campingtour. Es gibt in den Nationalparks so unglaublich schöne Campingplätze, wo man wirklich inmitten der Natur ist. Ich stelle mir das ganz phantastisch vor. 

Uns geht es sehr gut. Wir sind gesund, fit und  genießen die Zeit, die wir hier haben. Jeden Tag wird uns immer wieder neu bewusst, welch großes Privileg es ist, durch die Welt zu reisen, schöne, aufregende und interessante Dinge zu erleben, Menschen kennen zu lernen und die Natur zu spüren. Sicher, es gibt immer wieder Eindrücke, die uns auch nachdenklich oder betroffen zurücklassen – aber das gehört auf einer solchen Reise dazu.

Kali kali - und herzliche Grüße aus Uganda

Ellen und Thomas