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Arequipa

 

 

 

 

Arequipa

 

 

Arequipa, ein Mikrokosmos des modernen Peru (so unser Reiseführer Lonely Planet) hat uns länger aufgehalten, als wir geplant hatten. Diese schöne Stadt mit ihren unzähligen kolonialen Gebäuden, Kirchen, schönen Plätzen, beeindruckenden Museen, netten Cafés, freundlichen, aufgeschlossenen Menschen lohnt einen längeren Aufenthalt. 

Wir haben vier Tage in dieser lebendigen Stadt verbracht, haben viel gesehen, sind viel rumgekommen und haben es sehr genossen, in dieser quirligen und dabei doch so entspannten Stadt zu sein. 

Da ich mit der Homepage so weit im Rückstand bin, beschränke ich mich auf die Dinge, die uns am meisten gefallen, bzw. beeindruckt haben. 

 

Kathedrale und Plaza de Armas

 

Gelegen am Fuße des perfekt geformten Vulkans El Misti und den schneebedeckten Bergen der Anden liegt die Stadt in einem fruchtbaren Tal auf nur 2350 m ü.NN.

Unglücklicherweise liegt Arequipa in einer tektonische sehr aktiven Gegend. In nahezu jeden Jahrhundert wurde sie durch schwere Erdbeben und/oder Vulkanausbrüchen nahezu total zerstört. 

 

Arkaden am Plaza Armas

 

 

Monestario de Santa Catalina

 

Dieser Konvent zählt zu den faszinierendsten kolonialen Gebäuden des Landes. Dabei kann man nicht von einem Gebäude sprechen - vielmehr ist der Konvent eine Stadt innerhalb der Stadt und zählt für mich zu den must-seen-Destinationen in Peru. 

Kleine, lauschige Ecken, enge, gewundene Gassen, liebevoll angelegte Plätze, Brunnen, schöne Innenhöfe und asketisch, aber dennoch einladend wirkende Wohnhäuser, Fresken, viel Licht und Schatten,....ein Paradies für Fotografen hinter dicken Klostermauern.

Und alles strotzt vor fast 500 Jahren Geschichte und klösterlichem Leben.

 

 

...kurz zur Geschichte des Klosters
Der Konvent wurde 1580 von einer reichen Witwe gegründet, die die Nonnen mit äußerster Sorgfalt auswählte. Diese kamen ausschließlich von den besten spanischen Familien, die selbstverständlich eine substanzielle Mitgift zu zahlen hatten. 

Traditionell trat jede zweitgeborene Tochter, bzw. zweitgeborener Sohn einer spanischen Oberschichtsfamilie in ein Kloster ein und lebte ein Leben in Armut. Das Leben der Nonnen in diesem privilegierten Kloster unterschied sich jedoch maßgeblich von dem anderer Konvente.

 

Jede der Nonnen hatte ihren eigenen Haushalt mit bis zu vier Sklaven oder Bediensteten. Zwar hatten die Nonnen sich an die Gebets- und Gottesdienstzeiten zu halten und hatten keinerlei Kontakt zur Außenwelt, doch lebten sie innerhalb der Klostermauern ein gesellschaftliches, privilegiertes Leben mit Einladungen, kleinen Märkten, Kunst, Musik und Literatur. 

Als Papst Pius der IX Kenntnis vom Lebensstil in diesem Kloster erhielt, sandte er eine strenge Dominikanerin mit dem Auftrag, die Zustände im Monestario de Santa Catalina entsprechend seinen Weisungen zu verändern. Man sagt, sie erschien wie ein Wirbelsturm im Jahr 1871. Sie sandte die wertvollen Güter der Mitgift der Nonnen nach Europa, befreite die Sklaven und entließ die Bediensteten. Fortan lebten die Nonnen des Klosters nicht mehr in ihren Häusern, sondern in den gemeinschaftlichen Räumen des Klosters. 

 

Seit 1970 ist das Gelände des Klosters für die Öffentlichkeit zugänglich. Die noch verbliebenen Nonnen leben heute in einem neuen Kloster in der direkten Nachbarschaft des alten Geländes. Nach wie vor ohne Kontakt zu Außenwelt, doch leben sie u.a. von der Herstellung und dem Verkauf von Seifen, Cremes und weiteren Produkten, die im Monestaria Santa Catalina verkauft werden. 

 

 

Die unglaubliche Akkustik im Dormitorium des Klosters haben wir mit "Amezali wa bwana" und "Ubi caritas" getestet. Wir haben uns in die Mitte des kreuzförmigen Raumes gestellt und  haben mit unseren beiden Stimmen einen Raum mit einigen hundert qm ausgefüllt - aus jeder Ecke kam der Schall zurück - das war echt irre.

 

Wir haben uns über vier Stunden im Kloster aufgehalten, weil wir es so unglaublich schön fanden. 

Mitten im Klostergelände, in einem schönen Innenhof, befindet sich ein liebevoll gestaltetes Cafe mit ebenso liebevoll zubereiteten Speisen, welche teilweise von den Nonnen des Kloster hergestellt werden.  

Die Karte war einfallsreich und witzig - jedes Gericht hatte einen biblischen Namen, bzw. den Namen eines Heiligen. Thomas bestellte ein Sandwich San Thomas, ich eines mit dem bezeichnungsvollen Namen Franziskus und zum Abschluss haben wir aus der Rubrik "Versuchung und Sünde" ein Stück Käsekuchen mit Maracujadecke geschlemmt.

 

 

 

 

 

Ostern in Arequipa

 

In einem katholischen Land wie Peru spielt Ostern eine große Rolle. Dabei ist Ostern, so wie wir es kennen, hier nicht bekannt - hier spricht man von der "Heiligen Woche". In der Woche vor Ostersonntag finden täglich zahlreiche farbenprächtige, prunkvolle Prozessionen, Gottesdienste und Festivitäten statt.

Am Karfreitag wird der Leidensweg Jesu nachgestellt und endet manchmal mit der Verbrennung einer Judaspuppe. Ostersonntag schien uns weit weniger bedeutungsvoll, als wir es von Deutschland kennen. 

 

Menschenmassen, Weihrauchdämpfe, die durch die Straßen ziehen, der Verkehr ist lahmgelegt, Kerzen, Musikkapellen, reich geschmückte Madonnen, üppiger Blumenschmuck,....und dabei fliegende Händler, die Rosenkränze, Kerzen, Madonnenbilder, Kruzifixe und sonstiges verkaufen - so die Kurzfassung dieser Prozessionen.

 

 

Am Ostersonntag wurden wir durch Böllerschüsse geweckt und dachten zunächst, dass man die Auferstehung Jesu hier wohl auf diese Art und Weise feiert. Einige Stunden später, als wir in der Stadt unterwegs waren, haben wir den Grund für die Knallerei sehen können. 

Eine menschengroße Puppe, die Judas darstellte, hing über der Straße. Diese war mit Feuerwerkskörpern gefüllt und wurde angezündet. Der "Tod" des explodierten, innerhalb kurzer Zeit in Fetzen auf der Straße liegende Judas wurde mit Tanz und Alkohol gefeiert. Thomas meinte dazu: "Früher hat man den Judas verbrannt - heute jagt man ihn in die Luft." 

Well, andere Länder, andere Sitten - wir fanden das echt kurios.

 

 

Museo Santury

 

Wir haben uns einige Museen in Arequipa angeschaut, das für uns am interessantesten war ohne Frage das Museo Santury. Im Mittelpunkt der Ausstellung hier steht "Juanita" ein weiteres Kinderopfer der Inkas, welches man auf dem Gipfel des über 6000 m hohen Nevodo Ampato gefunden hat. Die Mumie und die Grabbeigaben sind in sehr respektvoller Art und Weise ausgestellt und sehr interessant aufbereitet.

Man hat auf dem Nevodo Ampato drei Kinderopfer in nächster Nähe zueinander gefunden - Juanita ist jedoch durch Kälte und trockene Luft so außergewöhnlich gut konserviert, dass sie für die Wissenschaftler von großem Wert ist. Juanita ist derzeit im Labor in der Universität. Man versucht, die bestehende Vermutung, dass die Menschen in Südamerika ursprünglich aus Asien stammen durch DNA-Untersuchungen zu belegen. 

 

 

Und darüber hinaus...

 

...waren wir immer wieder begeistert von den schönen, liebevoll gestalteten Innenhöfen, die sich hinter manch unscheinbarer Fassade verbergen. 

 

 

 

....haben wir die gute, vielseitige Gastronomie  genossen. Gutes Essen in schönem Ambiente ist einfach wichtig, wenn man so lange unterwegs ist.
Thomas schwärmt heute noch davon... ...endlich mal wieder Schlagsahne

 

 

...sind wir unter den Palmen auf der immer belebten Plaza Armas gesessen und haben das lebendige Treiben beobachtet. 

 

 

Planung der Weiter - und Heimreise
Während unseres Aufenthalts in Arequipa haben wir dann auch unsere Rückreise fix gemacht. Am 17.05. werden wir von Ecuador nach Madrid und von dort weiter nach Frankfurt fliegen. Somit wird nun das Ende der Reise absehbar - und wir freuen uns auf zu Hause, auf liebe Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen und (ja tatsächlich) auf Alltag.

Vorher werden wir jedoch noch drei Wochen in Ecuador am Meer verbringen. Wir sehnen uns nach Sonne und warmen Temperaturen. Nicht dass wir hier keine Sonne hätten, aber sobald diese weg ist, sind Fleecejacke, Trekkingschuhe (da hat man immer warme Füße) und Mütze angesagt, weil es einfach kalt wird. 

So sieht unser weiteres Programm aus: Wir werden am 23.04. zu einer Kreuzfahrt zu verschiedenen Inseln des  Galapagos-Archipels starten. Anschließend bleiben wir noch auf Santa Cruz und wollen von dort aus einige Tauchausflüge unternehmen, bevor wir auf dem Festland irgendwo noch für eine Woche am Beach abhängen und dann nach Hause fliegen.