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Bolivien

 

Am 10.03. sind wir nach Bolivien eingereist.

Bolivien ist ein Land voller Superlativen: Es ist das höchste und isolierteste Land der südlichen Hemisphäre. Zugleich zählt es zu den kältesten, heißesten und windigsten Spots und wartet mit den trockensten und salzigsten Landschaften dieser Erde auf. Darüber hinaus ist es das ärmste Land in Südamerika und hat dabei die größten Ressourcen an Bodenschätzen. Wie widersprüchlich.

Es ist ein Land reich an einheimischer Kultur, kolonialem Einfluss und langer Geschichte.

Hier geht das Leben noch sehr traditionell zu. Vor allem für die Landbevölkerung haben sich die Lebensbedingungen im Laufe der letzen hundert Jahren nicht wesentlich verändert. 

Die Flagge des Landes: Rot für das vergossene Blut während des Kampfes um die Unabhängigkeit, gelb für die Ressourcen des Landes und grün für die Landwirtschaft.

 

Unsere ersten Eindrücke
 

 

Großartige Landschaften, Weite und Stille

 

 

Lamas, Alpakas, Guanacos und Vicunias

Eine sehr traditionellen Lebensweise der meisten Menschen im Land

 

 

South-West Circuit - Boliviens Südwesten

 

Natürlich hätten wir mit dem Bus von San Pedro de Atacama in einem Rutsch nach Bolivien fahren können.  Aber nachdem wir von einer 3-tägigen Jeeptour durch den Südwesten des Landes über das Altiplano, die Hochebenen des Landes, vorbei an Lagunen und über den weltbekannten Salar de Uyuni gelesen haben, haben wir uns für diese Form der Weiterreise entschieden.
Unzählige Touranbieter in San Pedro de Atacama bieten diesen 3-Tages-Trip an - wie immer - manche mehr, manche weniger seriös. Wir haben uns bei einigen Touranbietern über Inhalt, Ablauf, Preis,...erkundigt (der unterm Strich bei allen gleich war). Dann haben wir bei der Touri-Info die Empfehlungen gelesen und mit anderen Travellern gesprochen. So haben uns dann für "Estrella del Sur" entschieden - was wir wohl nicht wieder machen würden..
Nun, nach der Tour würde ich sagen, man kann so oder so Pech oder Glück haben. Wir hatten auf alle Fälle eine Schrottkarre, ein Fahrer, der offensichtlich für die Ralley Paris-Dakar übte und von Kundenorientierung noch nichts gehört hat. Dumm gelaufen.
 

 

Die Windschutzscheibe des Jeeps... ...und soviel zum Thema Ersatzreifen - ein kaputter Schlauch.

 

Auch wenn es viel zu kritisieren gegeben hätte - die landschaftlichen Eindrücke waren kaum zu toppen, wir sind mit vier netten Leuten gereist (Elena aus Sizilien, Maurice aus Holland, Jorn aus Belgien und Sylvestre aus Frankreich) und sind heil angekommen - was will man mehr.

 

Um 8.00 Uhr ging´s los. Zunächst mussten wir die Ausreiseformalitäten in San Pedro hinter uns bringen, bevor es dann in einer 1 1/2 - stündigen Fahrt an die bolivianische Grenze ging.

Ein kleines Betonhäuschen auf 4000 m Höhe, eine Flagge und drei Grenzbeamte - aber alles ging zügig und so quetschten wir in den Jeep, nachdem wir unsere Rucksäcke auf dessen Dach verstaut hatten.

 

Dass Edgar, unser Fahrer nicht sonderlich kommunikativ war, war bereits nach einer Viertelstunde klar. Aber wir haben uns dadurch nicht beeindrucken lassen

 

 

Der Tour führte uns über das Altiplano, diese riesigen,  karge, baumlose und dabei so eindrückliche Hochebene welche zwischen zwei parallel verlaufenden Bergketten liegt. Lagunen, die in den unterschiedlichsten Farben leuchten und hunderte von Vulkane, teilweise noch aktive,  unterbrechen diese oede, unwirtliche Gegend. 

 

Bedingt durch Mineralablagerungen und Algen reicht das Farbspektrum der Lagunen von weiß, über gelb und grün, bis hin zu Rotfärbungen und leuchtendem Blau. 

Es sind nicht nur die Farben - auch die perfekten Spiegelungen auf den ruhigen Wasseroberflächen der Lagunen sind eine Augenweide. 

 

 

 

 

Laguna Colorado, deren Wasser durch Algen rot gefärbt ist. 

 

Allen Lagunen gemeinsam ist der hohe Salzgehalt des Wassers, was hunderte von Flamingos anzieht, die in den Lagunen nach Nahrung suchen. Es sind drei verschiedene Arten von Flamingos anzutreffen, die hier in fast 5000 m Höhe brüten und leben

 

 

Diese Gegend ist ebenfalls gekennzeichnet durch rege vulkanische Aktivität. Dampfende Vulkankegel, heiße Quellen, Geysire und blubbernde Schlammpools machen die Dynamik unter der Erdkruste deutlich. 

 

 

Diese in vielerlei Hinsicht extreme und abgelegene Gegend ist zugleich Heimat für eine Reihe von Tieren, die sich an die harschen Bedingungen angepasst haben. Allen voran Vicunias, die offensichtlich immer noch genug Futter in dieser nahezu vegetationslosen Gegend finden. 

 

Eine sehr seltene, hasenartige Kreatur mit langem Schwanz, welche in den felsigen Gegenden des Altiplanos lebt, haben wir, dank einer Reifenpanne, unterwegs beobachten können. Ohne Reifenpanne wären wir wohl achtlos vorbei gefahren. 

 

Viscacha

Zorro grey (Fuchs)

 

Die erste Nacht verbrachten wir in einem sehr einfachen Refugio an der Laguna Colorado (4278 m). Massenlager, kein fließendes Wasser und die Toiletten eine Ekelnummer. 

Aber der Sternenhimmel in der Nacht war unbeschreiblich. Die Klarheit des Nachthimmels mit Millionen von leuchtenden Sternen hat mich sehr berührt. 

 

Unospiel am Abend - es war einfach noch zu früh, um ins Bett zu gehen

 

Nach einer unruhigen Nacht bin ich morgens vor 6.00 Uhr aufgestanden und bin der teilweise zugefrorenen Laguna Colorado entlanggelaufen. Es war wunderschön, in der Stille und Einmaligkeit dieser Landschaft die Sonne über der Lagune aufgehen zu sehen. 

Leider sah ich auch, als ich aus dem Refugio kam, dass ein Reifen unseres Jeeps platt war. Das war der erste platte Reifen an diesem Tag, dem noch 4 weitere folgen sollte.

 

Edgar hat  den Reifen am Morgen wieder aufgepumpt - aber logischerweise war er dann noch kurzer Zeit, wieder platt. Dann zauberte er unter dem Auto einen Ersatzreifen hervor. Dieser  war jedoch so abgefahren und fertig, dass er nicht mal eine halbe Stunde standhielt. Nach der 5. Reifenpanne - wir waren schon etwas genervt - hat er dann bei einem anderen Jeep einen Ersatzreifen ausgeliehen. 

In the middle of nowhere - wieder ein platter Reifen

 

Sicher, die Tour durch den Südwesten des Landes in einem vollgestopften Jeep ist kein Spaziergang. Die Straßen sind raue 4-Wheel-Tracks und damit staubig und holprig. Unser Fahrer Edgar war nicht wirklich ein rücksichtsvoller Fahrer und so haben wir in den Tagen auf dem Altiplano viel Staub geschluckt. 

Dennoch - auch der zweite Tag war voller Eindrücke. Wieder haben uns die Farben der Landschaft, die erodierten Felsformationen, Lagunen, Vulkane und die Weite der Landschaft in ihren Bann gezogen. 

 

Hier ein paar wenige Impressionen:

 

 

 

 

 

 

 

Die zweite Nacht verbrachten wir in einem kleinen Dorf bei einem älteren Ehepaar, was zwar sehr basic, aber atmosphärisch sehr schön war. Um einen kleinen Innenhof lagen drei kleine, karge Zimmer - aber das Bett war bequem und wir haben tief und fest geschlafen. 

Um 4.00 Uhr morgens sind wir aufgestanden, weil wir zum Sonnenaufgang inmitten des Salar de Uyuni auf einer Insel sein wollten. Der Besuch des Salar de Uyuni war für uns das Highlight der ganzen Tour. 

 

Der Salar de Uyuni - die größte Salzpfanne der Welt und für Thomas einer der schönsten Orte die er je gesehen hat. 

Die 12.000 qkm große Salzpfanne auf über 3600 m Höhe zählt für uns zu den "once in a lifetime-spots". 

Die trockene Salzpfanne ist ein endloses, blendendes Weiß - es gibt nichts außer einem endlosen Himmel und dem ebenso endlos scheinenden Weiß der bis zu 6m dicken Salzdecke. 

 

 

Steht Wasser auf dem Salzsee, so reflektiert die Wasseroberfläche das Blau des Himmels über dem Altiplano und der Horizont verschwindet....es fällt dann schwer zu unterscheiden, was ist die Realität und was die Reflektion im Wasser. Wir hatten Glück - ein Teil des Salars war trocken, der andere Teil stand unter Wasser. 

 

 

 

Der Himmel über der Salzpfanne, kurz bevor die Sonne aufging

 

Auf der  Isla Pescadora, einem ehemaligen Korallenriff heute eng mit Kakteen bewachsen, haben wir den Sonnenaufgang abgewartet. Die Farben des Himmels waren bezaubernd, das zunehmende Licht auf den Kakteen fast mystisch und kein Bild kann die Stimmung dieses Moments wiedergeben, als die Sonne über den Horizont kroch.   

 

 

 

 

 

Wir sind lange so lange dort geblieben, bis es mit der Ruhe vorbei war, weil zunehmend weitere Jeeps ankamen. Und natürlich haben wir auf der schneeweißen Salzfläche noch die obligatorischen Bilder gemacht, bevor wir uns Richtung Uyuni, dem Endpunkt unserer Tour aufmachten. 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg nach Uyuni kamen wir noch an den Salzminen vorbei. Hier wird sei Jahrhunderten Salz abgebaut, welches in Uyuni, mit Jod angereicht, zu Speisesalz verarbeitet wird.

In Uyuni haben wir uns - wenig herzlich - von Edgar verabschiedet und haben gemeinsam in der Pizzeria der Stadt zu Mittag gegessen, bevor alle ihrer Wege gingen.

 

 

Wie gesagt, man hätte viel kritisieren können - aber wir haben die Tage dennoch genossen. Die Landschaft ist einmalig, großartig und ein unbedingtes Muss.