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Cabanaconde und Colca-Canyon

 

 

 

Mit dem Bus gings von Arequipa nach Cabanaconde, einem kleinen Andendorf am Colca-Canyon. Die Fahrt durch das Altiplano, durch ein Schutzgebiet für Vicunas, über einen 5000 m Pass und vorbei an großen Alpakaherden war einfach schön. Die karge Landschaft, die schneebedeckten Berge, der weite Himmel, die Einsamkeit - das begeistert uns immer wieder.
 

 

 

Vicunas vor dem El Misti (5822m)

 

 

Cabanaconde

 

Cabanaconde war unser nächstes Ziel und war zugleich idealer Ausgangspunkt für eine 2-tägige Wanderung im Colca-Canyon.
 

 

Kulisse in Cabanaconde

 

 

In diesem kleinen, typischen Andendorf geht das Leben einen geruhsamen Gang. Tagsüber wirkt alles wie ausgestorben, weil die Menschen auf den umliegenden Feldern arbeiten.

Abends aber ist die Plaza des Fleckens belebt. Frauen sitzen in ihren Trachten spindelnd und plaudernd auf den Bänken, die Jugend des Dorfes spielt auf der Straße Volleyball (Autos gibt es hier nicht), die Männer stehen auf dem Platz und unterhalten sich.

Besonders schön fanden wir, dass wir im Dorf immer gegrüßt wurden. Die Menschen waren superfreundlich, aufgeschlossen und hatten immer Zeit für einen kleinen Smalltalk.

Wir haben uns in diesem kleinen Dorf sehr wohl gefühlt.

 

 

 

Die Frauen der Gegend tragen meist sehr traditionelle Kleidung. Hüte, Jacken und Blusen sind mit aufwändigen, bunten Stickereien verziert, dazu die Röcke in kräftigen Farben - wir fanden diese Tracht äußerst dekorativ und schön.

 

 

Wanderung auf den Callemarca

 

Am ersten Tag unseres Aufenthaltes haben wir eine halbtägige Wanderung, quasi als Vorbereitung auf die kommende Tour im Canyon, auf den Berg Callemarca,  gemacht. Die nette Mitarbeiterin des Gästehauses hat uns die Tour auf einen Zettel gemalt und wir sind losmarschiert. Wie immer - es geht entweder steil bergauf oder steil bergab.

Aber nach einem zweistündigen Aufstieg waren wir am Gipfelkreuz  und haben die grandiose Aussicht auf die Berge und das Dorf genossen.

 

Begegnung unterwegs

Blick auf Cabanaconde

 

 

Es konnte an jenem Tag nur eine halbtägige Wanderung sein, weil am Nachmittag das Championsleague-Rückspiel Manchester United - Bayern München stattfand - und das wollte Thomas natürlich nicht verpassen.

So hat Thomas im Gästehaus Fußball geschaut, während ich an unserer Homepage gearbeitet habe.

 

 

2-Tageswanderung im Colca-Canyon

 

Der 100 km lange Colca-Canyon mit seiner Tiefe von mehr als 3000 m ist wirklich atemberaubend. Jahrelang wurde kontrovers darüber diskutiert, ob dies nun der tiefste Canyon der Welt ist oder nicht. Er ist es nicht, der Canyon del Catahuasi ist über 150 m tiefer. 

Nichts desto trotz - wir standen am Rand des Canyons und waren sprachlos - der Canyon ist so tief und so steil. 

Und es ist wie bei den Iquazu-Wasserfällen: Kein Bild wird diesem Canyon gerecht und Worte können auch nur annähernd ausdrücken, wie grandios diese Landschaft ist. 

 

 

An Thomas´ 49. Geburtstag starteten wir zu einer zweitägigen Wanderung im Colca-Canyon. Somit kam Thomas´ Geburtstag zweifellos etwas kurz. Die Tour war kein Spaziergang und die Übernachtung in einem kleinen Bergdorf war sehr rustikal und nicht gerade heimelig.

Das Kurzprofil dieser Tour: 

Start in Cabanaconde auf 3200 m ü. NN - 1200 m Abstieg in den Canyon - fast 1000 m Aufstieg in das Bergdorf Tapay - Übernachtung - 800 m Abstieg - 500 m Aufstieg - 800 m Abstieg in die Oasis und abschließend 1200 m Aufstieg!

Die Tour war super, aber gleichfalls auch hart. Und Thomas meint, dass man das nicht Wandern im herkömmlichen Sinne nennen kann, sondern Auf- und Absteigen - was anderes gab es nämlich nicht.

 

Abstieg in den Canyon El condor pasa

 

Als wir zu Beginn der Wanderung am Canyonrand standen konnten wir uns bereits einen Eindruck davon verschaffen, was uns auf der Tour erwartet. So hatten wir die Möglichkeit, uns mental auf das Bevorstehende einzustellen.....

Anfangs war der Weg in den Canyon noch recht gemäßigt - aber das änderte sich bald. Es wurde immer steiler, felsiger und voller Geröll, so dass man aufpassen musste, nicht auszurutschen. Manchmal war der schmale Pfad so in die Steilwände geschlagen, dass es hunderte von Metern senkrecht runterging. Für Thomas, der nicht ganz höhenfest ist, eine Herausforderung. Aber die Ausblicke in das Tal mit den steilen, grünen Hängen waren einmalig.

 

Endlich unten....

 

Nach drei Stunden Abstieg haben wir den Rio Colca überquert und nun wartete der fast 1000 m - Aufstieg auf uns. Zum Glück habe ich nicht vorher gewusst, was auf uns zu kommt. Nun gab es keine Serpentinen mehr, es ging nur noch steilst bergauf. Ich bin bei diesem Teil der Wanderung meiner körperlichen Grenze sehr nahe gekommen - mehr hätte es nicht sein dürfen. Aber nach weiteren fast drei Stunden erreichten wir das kleine Bergdorf Tapay auf 2930 m Höhe.

 

Dort gab es eine kleine, einfachste Unterkunft bei einer netten Familie. Wie gesagt, sehr rustikal: Plumpsklo im Garten, ein Bett in einer dunklen Kammer - aber das Essen war gut und reichhaltig.

Um 18.00 Uhr war´s dunkel und sehr kalt, um halb sieben gab´s Abendessen und um 19.00 lagen wir bereits im Bett.

 
Der nächste Tag begann mit einem steilen Abstieg, dem wiederum ein Aufstieg (nicht ganz so steil) folgte der uns durch zwei weitere Dörfer im Canyon führte. Das Leben hier ist hart. In den steilen Wänden des Canyons sieht man immer wieder kunstvolle Terrassen, wo Mais, Getreide und Kartoffeln angebaut werden, aber der Ertrag auf dem kargen Boden ist nicht üppig.

Neben diesen Produkten werden von den teilweise wild wachsenden, teilweise kultivierten Kakteen Cochenille-Läuse geerntet, getrocknet und verkauft. Cochenille wird zum Färben von Wolle verwendet, aber auch ins Ausland exportiert, wo es u. a. für die Herstellung des Farbstoffes für Campari genutzt wird. 

 

    .... nicht sehr appetitlich, aber die Farbe ist schön

 

Ansonsten werden die kleinen Dörfer im Canyon durch Maultiere und Esel mit Waren versorgt. Wir haben immer wieder Maultiere die steilen Pfade entlang marschieren sehen, voll bepackt mit schweren Säcken, Körben, Möbelstücken, Kanistern,......

 

 

 

Nach ca. 4 Stunden erreichten wir die Oasis. In dem sonst so kargen Canyon findet sich eine grüne Oase mit Palmen, Pools, Wasserfällen und kleinen Bungalowanlagen. Das ist so völlig konträr zu der sonstigen Landschaft im Canyon - aber wir haben es genossen. Hier gönnten wir uns ein Bad im kühlen Wasser und lagen im Schatten, bis es am Nachmittag nicht mehr ganz so heiß war, um den harten Aufstieg hinter uns zu bringen.

Blick auf die Oasis und den Weg abwärts

 

 

Der Aufstieg war recht schweißtreibend, aber wir wurden mit schönen Ausblicken belohnt und es gab nette Begegnungen mit Einheimischen, die mit ihren Maultieren in oder aus dem Canyon unterwegs waren.

 

...manchen Maultiere werden auch als "Ambulancia" eingesetzt - und müssen verletzte oder ausgepowerte und erschöpfte Wanderer aus dem Canyon tragen.

 

Nach über dreistündigem Aufstieg sind wir zurück in unser nettes Gästehaus in Cabanaconde gekommen und haben erst mal eine heiße Dusche genossen, bevor wir in das kleine, nette Lokal gegangen sind, wo wir in der Wärme des Holzofens den Tag mit einem Abendessen haben ausklingen lassen.

 

Leider hat sich Thomas bei diesem Essen so den Magen verkorkst, dass es ihm tagelang nicht wirklich gut ging.

Nichts desto trotz - Cabanaconde wird uns in guter Erinnerung bleiben. Es war einfach schön dort.