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Cusco

 

Unterwegs von Puno nach Cusco

 

Vom Colca-Canyon ging´s zunächst zurück nach Arequipa, von dort am nächsten Tag nach Puno am Titicacasee (wo wir ein Teil unseres Gepäcks zurück gelassen hatten) und dann weiter mit dem Touristenbus nach Cusco.

Wir haben mit Bedacht diesen Bus gewählt, weil es auf der Strecke einige interessante Dinge zu sehen gibt und ich an meinem Geburtstag keine Lust hatte, 9 Stunden in einem local-bus zwischen Menschen, Säcken, Körben, und sonstigem Gepäck eingequetscht zu sein und darüber hinaus noch an jeder Ecke einen Halt machen zu müssen. 

Es hat sich wirklich gelohnt - die Tour war für uns sehr interessant und aufschlussreich.

 

Fahrt über das Altiplano

 

Für mich war es wieder das Altiplano, was mich so nachhaltig beeindruckt hat. Diese Weite, diese Kargheit, hin und wieder ein Haus, die Klarheit der Luft und im Hintergrund die Gipfel der Anden - das ist schon einzigartig. Dabei ist das Leben auf dieser Hocheben, die Bolivien und Peru verbindet, hart und unterscheidet sich maßgeblich vom Leben der Menschen im restlichen Peru.

Im peruanischen Winter wird des auf der Hochebene nachts bis zu -20 °C kalt. Tagsüber hingegen steigen die Temperaturen auf bis zu 40°C. Stromversorgung und Heizung gibt es nicht. Da es auch kein Holz gibt, heizen und kochen die Menschen mit Viehdung.

Auf dem kargen Boden wächst hauptsächlich Andengras  - an vielen Stellen ist dies die einzige Pflanze die gedeiht und ist zugleich die Nahrung für Schafe, Kühe und Lamas, welche die Menschen im Altiplano züchten. Dabei werden diese Tiere nicht für den Eigengebrauch gezüchtet, sondern zum Verkauf in den Städten. Das ist meist das einzige Einkommen der Familien im Altiplano.

Die Menschen ernähren sich vom Ertrag der wenigen Felder, die sie in harter Arbeit angelegt haben. Kartoffeln, Mais und wenige Getreidesorten - mehr wächst nicht.

Bildung ist Mangelware in diesen Hochlagen. Der Weg zu den wenigen Primarschulen ist weit und die Kinder werden für die Arbeit auf den Feldern gebraucht.

 

Zuglinie Puno-Cusco, Abra la Raya Pass (4319 m ü. NN.)

Abra la Raya Pass

 

Unterwegs haben wir in Pucara, einem kleinen Dorf mit einem kleinen, aber sehr interessanten und liebevoll gestalteten Museum Halt gemacht. Hier wurde uns erstmals klar, dass die Bezeichnung Inkas für das damalige Volk so nicht stimmt. Die Inkas waren nur die Könige - das Volk waren die Quechua. 

Auch wurde uns in diesem Museum bewusst, wie kurz das Empire der Inkas währte, nämlich lediglich 150 Jahre. Auch zeichnete sich diese Zeit nicht durch große Entwicklungen und Erfindungen aus - diese wurden hauptsächlich in den 800 Jahren zuvor in präkolumbischer Zeit getätigt. Was die Inkas auszeichnet ist ihr bis dato nicht bekannter Eroberungserfolg. Ihr Reich erstreckte sich von Kolumbien bis in den Norden Argentiniens.

 

 

 

In diesem kleinen Dorf gibt es eine Besonderheit, die wir beachtenswert finden. Auf der Kirche ist kein Kreuz und war es nie. Die Bewohner erinnern damit an die Grausamkeiten und Leiden, die die Bewohner während der Eroberung und Missionierung durch die Spanier zu erdulden hatten. In einem so katholischen Land fanden wir das erstaunlich und sehr konsequent.

 

Kirche ohne Kreuz

 

 

Auch wenn das Land so katholisch ist, wird nach wie vor Pachamama, die personifizierte Mutter Erde als weibliche Gottheit verehrt.  Sie, die alles Leben schenkt, nährt und schützt spielt für die meisten Menschen in Peru und Bolivien eine bedeutende Rolle. Bei speziellen Zeremonien werden Pachamama Coca-Blätter, Chicha (Maisbier), Spielgeld, Süßigkeiten und in Bolivien auch mumifizierte Alpakaföten geopfert.

Im Coca-Museum  in Cusco fand ich folgende Aussage zu Pachamama: "Mother Earth feeds us, cares for us and protects us. The earth supplies us with everything necessary, just as all good mothers care for their children. Humans live within "culture" but we should not forget that essentially is the "nature".

 

Der nächste Stopp war eine archäologische Inka-Stätte in Raqchi, die von der Ferne eher an ein großes Aquadukt erinnert. Es ist aber die größte bekannte Tempelanlage der Inkas, die von den Spaniern fast vollständig zerstört wurde.

Die Überreste der großen astronomisch angelegten Anlage mit Lagerstätten und Wohnhäusern lassen vermuten, das dies ein wichtiges Zentrum zu Zeiten des Inka-Reiches war.

 

Auf dem Marktplatz in Raqchi

 

Kurz bevor wir Cusco erreichten, besuchten wir ein kleines Andendorf mit einer verschwenderisch dekorierten Jesuitenkirche aus dem 17. Jhdt., die hier auch die "Sixtinische Kapelle Perus" genannt wird. Wir haben die Sixtinische Kapelle nie gesehen - aber hier waren wir erschlagen vom Prunk und Protz dieser Kirche. In einem so bescheidenen Dörfchen hätten wir nie eine solche Kirche erwartet.

Ich habe in diesem Dorf noch ein soziales Projekt besucht, welches die Abwanderung in die Slums der Großstädte durch die Bereitstellung von Arbeit verhindern soll. Maßgeblich unterstützt von Deutschland und der Schweiz stellen Frauen aus den untersten gesellschaftlichen Schichten einzigartige Handarbeiten (u.a. Filzarbeiten, Waldorfpuppen, Kleidung) die im fairen Handel vertrieben werden her. So erhalten sie Lohn, erleben sich als fähige Handwerkerinnen und erhalten darüber hinaus Bildung und Gesundheitsvorsorge. (www. qewar.com)

 

So war mein Geburtstag trotz langer Busfahrt wirklich schön, kurzweilig und abwechslungsreich. In Cusco angekommen mussten wir erst mal wieder eine Bleibe suchen und sind dann noch kurz was Essen gegangen, bevor wir müde in die Kissen sanken.

 

 

Cusco

 

Cusco, das ehemalige Zentrum des Inkareiches ist zweifellos Südamerikas archäologische "Hauptstadt" und zugleich die älteste, kontinuierlich bewohnte Stadt des Kontinents. Da Cusco auch der Ausgangspunkt zu Machu Picchu ist, kommt man als Tourist nicht umhin, hier Station zu machen. Aber es lohnt sich. Die Stadt hat sich trotz tausender Touristen eine schöne Atmosphäre bewahrt und besticht durch schöne Plätze, lauschige, heimelige alte Stadtteile, eine gute Infrastruktur und gastronomische Vielfalt.

 

Kuppel der Iglesia de la Compania de Jesus La Cathedral

 

 

Wir haben eine schöne Unterkunft im Stadtteil San Blas gefunden. Dieser Stadtteil liegt an einem steilen Hang und je höher man hochsteigt, desto schöner wird die Aussicht auf die Stadt. 

San Blas ist zugleich der Künstlerstadtteil von Cusco und jede Menge Ateliers säumen die schmalen Gassen. 

 

 

Im Laufe der Tage habe ich diesen Stadtteil richtig liebgewonnen. Kleine, steile, sehr schmale Gässchen, wo trotz vieler Kneipen und Cafés auch das Alltagsleben der Einheimischen noch sichtbar ist, eine schöne Kirche mit ebensolchem Platz, der zum Verweilen und Beobachten einlädt und kaum Verkehr. 

So sind wir immer wieder auf der Plaza gesessen, haben die schöne Stimmung auf uns wirken lassen und das Geschehen beobachtet. 

 

Dateilansichten in San Blas - Türen

 

Thomas meinte, er habe in den letzten Monaten genug Sightseeing gemacht und hatte keine Lust mehr, Neues zu sehen. So bin ich hin und wieder allein durch die Stadt geschlendert, habe mir noch ein Museum, die ein oder andere Kirche angeschaut, bin über den Markt der Einheimischen gebummelt und vor allem habe ich die Stadt auf mich wirken lassen. 

 

Auf dem Mercado San Pedro

 

Ansonsten waren wir beschäftigt mit der Planung unserer 2-tägigen Tour nach Machu Picchu, der letzten Reisewochen ( (Flugtickets kaufen, Bücher tauschen, Packet nach Hause schicken, Kamera reparieren lassen (ja, sie war schon wieder kaputt), das noch Fehlende einkaufen, Unterkunft in Lima buchen) und der Vorbereitungen unseres Wiedereinstiegs zu Hause (Stromanbieter wechseln, Arbeitgeber kontaktieren, Internet - und Telefon beantragen (lassen), Zeitung abonnieren (lassen),...) beschäftigt und haben alles etwas langsamer angehen lassen.

 

Nicht, dass der Eindruck entsteht, wir würden nur durch Kneipen, Restaurants und Cafés tingeln - aber Cusco offeriert kulinarisch alles, was die Welt zu bieten hat. 

Im Reiseführer wurde mit lobenden Worten die Granja Heidi erwähnt. Ein liebevolles kleines Restaurant, geführt von einer Deutschen. Auf der Speisekarte standen u.a. Spätzle - Thomas konnte nicht widerstehen.  

 

Und da wir Tagebuch und Homepage auf aktuellem Stand haben wollten, bevor wir zu unserer letzten Station aufbrechen, haben wir konsequent auch daran gearbeitet.

 

 

Cusco war unsere letzte Station in Peru und wir werden nun nach Ecuador weiterreisen. Wir haben vieles nicht gesehen, waren nicht im Norden und waren nicht im Amazonasgebiet - aber ich denke, wir haben einen guten Eindruck von Peru gewonnen. 

Es war eine sehr schöne Zeit und wir sind sicher, wir kommen wieder zurück. 

Doch wir haben jetzt auch genug von Fleecejacke, Schal und warmen Socken und wir hoffen auf tropische Temperaturen in Ecuador.

 

Von Cusco sind wir nach Lima geflogen, wo wir eine Nacht in einem netten, sehr familiären B&B verbracht haben (ideal, wenn man nur eine Nacht in Lima verbringen möchte, da nur ca. 10  min. vom Flughafen entfernt, www. lima1night.com). Von dort ging´s dann am nächsten Tag wieder per Flieger nach Ecuador und nun freuen wir uns auf die Kreuzfahrt durch die Galapagosinseln.