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Sansibar

Nach den Wochen in Uganda, die ausgefüllt waren mit Wanderungen, Safaris, langen Autofahren, usw. hat uns Air Uganda nach Sansibar gebracht. Dort wollten wir richtig "Urlaub" machen - Sonne und Meer genießen, Faulenzen,...und natürlich auch ein wenig tauchen.  Im Reiseführer steht, dass die Strände Sansibars zu den Schönsten der Welt zählen - und das sind sie wirklich. 

Sansibar hat eine lange und zugleich sehr bewegte Geschichte, die maßgeblich geprägt wurde durch den Gewürz- und Sklavenhandel. Handelsbeziehungen zu Arabien, Indien und Persien machten die Insel reich und bedeutsam. Die Araber brachten den Islam nach Sansibar (ca. 97 % der Bevölkerung ist moslemisch) und alle brachten ihre Architektur und und Küche mit. Vor allem in Stonetown, der Altstadt von Zansibar Town, ist diese beeindruckende Mischung der Kulturen allgegenwärtig und macht diesen Ort zu der Hauptattraktion von Sansibar. 

 

Bwejuu
Zunächst sind wir in den noch sehr ruhigen Osten der Insel, nach Bwejuu gefahren und haben uns dort in einer kleinen Anlage am Strand eingemietet. Dieses kleine Fischerdorf ist ein wunderbarer Ort um sich zu erholen. Dort gibt es nichts außer Strand und viel Ruhe. 

Das Meer leuchtet in allen Blau- und Türkistönen, am vorgelagerten Riff brechen sich weiß die Wellen, dahinter das endlose Blau des Indischen Ozeans. Der kilometerlange Strand ist breit und weiß, der Sand so fein wie Puderzucker. Die  zauberhafte Szenerie wurde überspannt von einem wolkenlosen, tiefblauen Himmel. 

Die Tage vergingen in einem wohltuenden Gleichklang. Aufstehen, Yoga (während Thomas noch schlief), Frühstück, Lesen, Mittagessen, Lesen, Duschen und Abendessen. Der Tag endete gegen 21.00 Uhr. Dieser Ablauf wurde lediglich durch kurze Schwimmeinheiten im Meer, Strandspaziergängen und dem Waschen unserer Wäsche unterbrochen. 

Nun ja, so ganz lazy waren wir dann auch nicht. Wir haben uns Fahrräder gemietet und sind am Strand entlanggefahren, Thomas hat mit den Massais Fußball gespielt und ist hin und wieder laufen gegangen. 

Doch kein Paradies ohne Tücken der Wind kam ungebremst und es war nur an windgeschützten Stellen wirklich gemütlich, wollte man nicht total paniert sein. 

Radtour an der Ostküste

...in unserem "Esszimmer" in Bwejuu

Kendwa
Nach einer Woche sind wir weiter gereist. Wir wollten noch an die Nordwestküste, weil dort die guten Tauchplätze in direkter Nähe sind. Nachdem wir angekommen sind, mussten wir uns erst mal wieder eine Bleibe suchen. Der Nordwesten ist viel touristischer als es der Osten ist und somit gibt es hier eine recht große Auswahl an Unterkünften. Diese sind jedoch sowohl vom Preis als auch von der Ausstattung recht unterschiedlich. Wie immer auf Reisen ist das mein Part. Thomas sitzt mit unserem Gepäck in einer Kneipe, ich mache mich auf die Suche nach einem Zimmer und handle den Preis aus. Leider war der Zeitpunkt unserer Anreise nicht optimal gewählt - am nächsten Tag war Vollmond und damit verbunden, die große Fullmoonparty am Beach. Viele junge Leute kommen explizit zu diese Party hierher und somit waren die günstigen Zimmer alle belegt. Nun ja, wir sind dann etwas vornehmer abgestiegen und haben in der gleichen Anlage für zwei Tage später ein billiges Zimmer reserviert (welches mich sehr an die besagte Kammer aus Uganda erinnerte). Doch wir haben uns in dieser Anlage nicht wohl gefühlt - alles sehr geschäftstüchtig und insgesamt "to busy".

So haben wir uns nochmals umgeschaut und fanden ein großes, helles, schlichtes und pieksauberes Zimmer in einer schönen kleinen Anlage. Die Atmosphäre war wirklich sehr nett, die Leute superfreundlich und wir haben uns richtig "zu Hause" gefühlt.  

Kendwa ist zwar schon sehr touristisch, es steht jedoch zu befürchten, dass dies erst der Anfang ist. Überall entlang der Küste wird gebaut und der Pauschaltourismus hat bereits Einzug gehalten. 

Lediglich das Leben der Fischer scheint das selbe zu sein wie vor 100 Jahren. Nach wie vor bestimmen die Gezeiten und der Monsun deren Leben. Am frühen Morgen kann man ihnen zuschauen, wie sie ihren nächtlichen Fang ausnehmen und meist gleich am Strand verkaufen.  

Wir haben die Zeit dort sehr genossen - aber nach knapp einer Woche wurde es Zeit, weiter zu ziehen.
Tauchen
Natürlich haben wir uns auch die Welt unter der Wasseroberfläche angeschaut. Und da Tauchen auf Sansibar sehr teuer ist (ein Tauchgang US$ 65) , haben wir uns auf den Top-Spot der Tauchplätze hier reduziert.
Nachdem unser letzter Tauchgang bereits über ein Jahr zurücklag, haben wir zunächst einen einfachen Tauchgang bei Tumbatu gemacht - quasi zum Eintauchen, bevor wir zwei Tauchgänge bei Mnemba Island gemacht haben. Es war ein relaxter Tauchgang bei Tumbatu, bei dem es viel zu sehen gab. U.a. eine Nacktschnecke, die wir bislang noch nicht entdeckt haben.

Chromodoris greniei

Rotfeuerfisch

Am nächsten Tag ging es dann zu einem Tagestrip mit zwei Tauchgängen bei Mnemba Island. Leider hat kurz vorher unsere Unterwasserkamera den Geist aufgegeben (Auslöser und Zomm gingen nicht mehr) und somit haben wir keine weiteren Bilder vom Tauchen mehr machen können. 

Mnemba Island - ein kleine, kreisrunde Insel im Nordosten von Sansibar vorgelagert ist schier unglaublich schön. Diese Privatinsel ist das tropische Paradies der "Reichen, Schönen und ganz schön Reichen" und darf nur von Gästen des dort befindlichen Luxusresorts betreten werden (Kosten für eine Übernachtung US $ 1250,00). Weißer Sand, Palmen, umgeben von kristallklarem Wasser, das in allen Türkistönen leuchtet - allein der Blick auf die Insel ist bezaubernd. Das beeindruckende Korallenriff ist jedoch für jeden zugänglich und ist eines der besten (so der Tauch- und Reiseführer) Tauch- und Schnorchelreviere Sansibars.

Allein die Überfahrt nach Mnemba Island war recht abenteuerlich. Wir waren neun Taucher auf einem kleinen Motorboot - alles war recht gedrängt und irgendwie improvisiert. Wir dachten beide an die komfortablen Tauchfahrten auf der "Matahari" in Sulawesi. Die Fahrt war recht "bumpy", denn sobald man das Flachwasser um Sansibar verlassen hatte, war die See rau und hohe Wellen machten die Fahrt eher ungemütlich. 

Der erste Tauchgang war sehr schön. Wir haben uns in der sanften Strömung treiben lassen und die Szenerie zog an uns vorbei. Weite Flächen von intakten Hartkorallen, große  Fischschwärme, Schildkröten,... aber wenig Kleinzeug wie Schnecken, Krabben und Shrimps. 

Der zweite Tauchgang war dann eine ganz andere Nummer. Bei der starken Strömung gab es nur eine Möglichkeit: sich gut austarieren und mittreiben lassen. Es war kaum möglich, mal einen genauen Blick auf irgendwas zu werfen, die Strömung war einfach zu stark. 
Wir vermeiden es möglichst, zu vergleichen - aber es gelingt uns nicht immer. Sicher, die Bedingungen waren nicht gut. Am Tag zuvor war Vollmond, die Gezeitenunterschiede damit beträchtlich und die See war aufgewühlt. Somit waren die Sichtbedingungen eher bescheiden und es gab, wie gesagt, starke Strömungen. Die Tauchgänge waren zweifellos schön, aber wir waren nicht so wirklich beeindruckt. Tauchreviere um Sulawesi und Kalimantan haben auch im Rückblick mehr Eindruck bei uns hinterlassen. 

Ein weiterer Tauchspot, der uns noch gereizt hätte, wäre bei Mafia Island gewesen - aber Mafia ist so teuer und das Tauchen dort ebenfalls, dass wir unserem Budget zuliebe drauf verzichtet haben. Man kann nicht alles machen.

Zansibar Town und Stonetown
Natürlich haben wir uns auch Stonetown, die "Seele" der Insel, nicht entgehen lassen. Wir sind stundenlang durch das unübersichtliche Gewirr von Gässchen und Gassen geschlendert und haben uns einfach treiben lassen. Arabische Häuser mit messingbeschlagenen Türen, indische Gebäude, die uns sehr an unsere Reise durch Rajasthan erinnert haben,  Relikte der omanischen und parsischen Zeit sind ebenso zu finden. Einerseits wirkt alles sehr pituresk und man wähnt sich manchmal in einer anderen Zeit, andererseits ist aber der Verfall so offensichtlich, dass man sich fragt, wie lange sich der bestehende Charme noch halten kann. 
U.a. haben wir den größten Markt der Insel besucht. Hier liegen angenehme und widerliche Gerüche dicht nebeneinander. Schnuppert man eben noch an exotischen Gewürzen, wird einem schier übel wenn man einige Schritte weiterläuft. Auf dem Fleisch - und Fischmarkt wird ein tiefer Atem zur Herausforderung. Beim Bummel über den Fischmarkt (Thomas ist lieber draußen geblieben, ihm war schon flau im Magen) bekommt man alles zu sehen, was man aus dem Meer rausziehen kann. Haie, Mantas, Thunfische, Kingfish, Oktopus,  Lobster, Makrelen, Barrakudas, Barsche,.....mir blutete fast das Herz, vor allem als ich die Mantas da liegen sah...... 

Oktopus auf dem Darajani-Markt

Kardamom, Zimt, Fenchel, Senf, ......

Leider werden auch große, lebendige Muscheln aus dem Meer geholt, ausgekocht, poliert und an Touristen verkauft. Natürlich fällt uns das besonders auf, weil wir diese Tiere lieber lebendig im Wasser sehen würden. Und wir wundern uns immer wieder, dass es tatsächlich Menschen gibt, die diese Muscheln kaufen, wo doch überall zu lesen ist, dass die Einfuhr in Europa verboten ist und am Zoll hohe Bußgelder zu erwarten sind. 
Besonders schön fanden wir die Abende im Forodhani-Park. Dieser liegt direkt am Meer und am Abend nach Sonnenuntergang versammeln sich Dutzende von Straßenhändlern und verkaufen allerlei leckere Sachen. Pizza nach Sansibarart, Samosas, Meeresfrüchte jeglicher Art, süße Pfannkuchen,......hier kann man für wenig Geld gut essen und dabei Inselleben pur erleben. 
Wir haben Zansibar Town und Stonetown auch genutzt, um einige Dinge zu erledigen. Wir brauchten Bargeld, mussten uns um unser Weiterreise aufs Festland kümmern, wollten unsere E-Mails lesen,.....

Doch nach kurzer Zeit wurde uns Stonetown dann irgendwie zu eng. Unser Zimmer war eine kleine, aber immerhin helle, Kammer (wenn einer sich anziehen oder sonst was außerhalb des Bettes machen wollte, dann musste der andere in Bett liegen, weil einfach kein Platz war). Kam man aus dem Zimmer stand man in einem engen, dunklen Flur, ging man aus dem Haus, war man inmitten enger Gassen. Thomas meinte, er freue sich aufs Campen - da hätte man zwar ein enges Zelt aber wenn man raus kommt, hätte man die Weite der Landschaft vor sich. (Hört, hört - er, der immer sagt, er sei mit seinen fast 49 Jahren aus dem Alter raus, wo er campen geht.)

....und darüber hinaus...
...wirft die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ihre Schatten voraus. Wir haben die Spieler aus dem Stamm der Massai beim Trainingslager in Bwejuu getroffen.

...beim Ausdauertraining

...beim Techniktraining

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... hat, wie gesagt, unsere eine (Unterwasser-) Kamera den Geist aufgegeben. Da es nicht anzunehmen ist, dass wir sie hier repariert bekommen,  haben wir uns überlegt, diese zu unseren Freunden Thomas und Angela nach Deutschland  zu schicken um sie dort dann reparieren zu lassen. Thomas und Angela werden im Oktober nach Mocambique kommen, wo wir uns verabredet haben und könnten die reparierte Kamera dann wieder mitbringen. Wir hatten aber beide kein wirklich gutes Gefühl mit dem Versand aus Tansania. 

Eines Tages sah ich am Strand ein junges Paar am Boden sitzen, die offensichtlich ein Problem hatten. Ich ging hin und fragte, ob ich helfen könne. Der junge Mann war in einen Seeigel getreten, hatte zig Stacheln im Fuß und Schmerzen. Da ich dies auch schon hatte, wusste ich, dass es sinnlos ist, die Stacheln rausziehen zu wollen. Sie sind nämlich so brüchig, dass sie lediglich in viele kleine Teile zerbrechen. Ich habe ihnen mit homöopathischen Kügelchen und Jodsalbe ausgeholfen und es stellte sich heraus, dass sie aus Deutschland sind. Sie waren sehr froh über die Medikamente und fragten, ob sie mir etwas Gutes tun könnten. Zunächst verneinte ich - aber dann fiel mir die Kamera wieder ein. So fragten wir sie, ob sie denn unsere Kamera mit nach Deutschland nehmen könnten und diese dann an unsere Freunde schicken würden. Nun ist unsere Kamera bereits auf dem Weg nach Deutschland, wird repariert und wir hoffen, dass alles so klappt, wie wir uns das denken, so dass wir in Mocambique Bilder von den Walhaien machen können, die wir hoffen, dort zu sehen.  

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... haben wir die 10 Bücher, die wir dabei hatten, nun fast alle gelesen und versuchen nun, diese zu guten Bedingungen gegen andere Bücher zu tauschen. Und falls jemand von Euch ein gutes Buch sucht - hier eine Empfehlung: "Die Eleganz des Igels" von Muriel Barbery. Ein französischer Bestseller - tiefgründig, witzig und phantasievoll. Ich hab´s verschlungen.

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... hatte ich eine wirklich nette Begegnung in einem indischen Restaurant in Stonetown. Am Nachbartisch saß eine Ordensfrau in Begleitung von zwei afrikanischen Männern. Nach dem Essen gab es, wie in Indien üblich, Fenchelsamen vermischt mit kleinen bunten Minzkügelchen (für die Verdauung und für einen frischen Atem). Einer der beiden Männer schaute diese Mischung etwas irritiert an und wusste nicht so recht, was er damit machen soll. Ich sagte zu ihm, er solle es ruhig probieren, es schmecke wirklich gut. Gesagt, getan. So sind wir ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus, dass er Priester in einer Mission in Zentraltansania ist. Er erzählte, dass es auch eine deutsche Mission dort gäbe. Irgendwie kam mir das bekannt vor und ich fragte, ob es die sei, die selbstgemachtes Brot und Marmelade verkauft (darüber hatte ich vorher irgendwann gelesen). Er bejahte und sagte dann: " They also make something - the Germans call it Wurst". Da musste ich laut lachen, weil er das etwas befremdet erzählte. So haben wir nun eine Einladung nach Iringa - mal sehen, ob wir es schaffen, dort hinzukommen.

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....geht es uns (auch zusammen) ganz gut. Wir sind fast 24 Std. am Tag zusammen, was wir beide nicht wirklich gewohnt sind und so bleiben kleinere Missstimmungen und Meinungsverschiedenheiten nicht aus. Aber insgesamt betrachtet haben wir meist gute Stimmung. Wir lachen viel, interessieren uns für die selben Dinge und sind uns meist einig bei der Planung. Auch Misslichkeiten bei der Reise stecken wir meist mit einem entsprechenden Spruch weg.
....und so geht´s weiter
Wir werden nun auf´s Festland weiterreisen und dort von Arusha aus eine Safari in verschiedene Nationalparks organisieren. Der Ngorogoro-Krater steht auf der Agenda, ebenso wie der Tarangire - und Arusha NP, der Manyara See und die Usambara-Berge. Vielleicht auch noch die Serengeti - wir werden sehen.
Liebe Grüße und kwa heri
Ellen und Thomas